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Archiv für die Kategorie „Call for Papers“

CfP: Tagung Innsbruck: “Wie kann man nur dazu forschen?” Themenpolitik in der Europäischen Ethnologie

Montag, 14. November 2016

 

“Wie kann man nur dazu forschen?” Themenpolitik in der Europäischen Ethnologie

 

3.-5. November 2017
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Innsbruck

 

Die volkskundliche Kulturwissenschaft Europäische Ethnologie kennzeichnet es, wie vielfach bemerkt worden ist, anhand von Detailproblemen und ausgehend von kleinen, dichten Beobachtungen bedeutsame, größere Zusammenhänge zu erschließen. Zunächst als “Andacht zum Unbedeutenden” (Sulpiz Boisserée) verspottet, versuchte die Volkskunde, “zu Unrecht Unterschätztes endlich ins rechte Licht zu rücken” (Warneken 1997).

 

Diese Nobilitierung des nur scheinbar Trivialen zum würdigen Forschungsgegenstand wurde zwar zur fachinternen Norm (Scharfe 1995), blieb jedoch stets ein Thema mit Diskussionsbedarf. So fragt Jens Wietschorke (2012): “Darf man als Alltagskulturwissenschaftler ein Thema überhaupt uninteressant finden?” Er schließt: “nicht immer ist das Unbedeutende zum Sprechen zu bringen”. Die Relevanz wie Irrelevanz von Forschungsgegenständen wird daneben auch im Kontext ethischer Erwägungen diskutiert. Dass ein jeder Gegenstand es wert sei, erforscht zu werden, problematisiert etwa Konrad Köstlin (1995) mit der Forderung nach gesellschaftspolitisch relevanter Forschung: “wir reiben uns immer weniger an der ersten Wirklichkeit, an Arbeitslosigkeit, Ungerechtigkeit, Wohnungsnot etc. Stattdessen traktieren wir lustvoll kleine, hochsymbolisch verpuppte Partien”.

 

In fachinternen Diskursen wird jedoch zum einen das angeblich Belanglose, das als “unspannend”, langweilig oder als gesellschaftlich irrelevant Erachtete zuweilen belächelt oder mit Verwunderung und Befremden zur Kenntnis genommen: Ist das “benutzte Taschentuch” ein Thema?

 

Zum anderen gelten Forschungen, die sich dem Devianten, im Fachdiskurs als moralisch verwerflich oder politisch falsch Angesehenen widmen, zum Teil – implizit oder explizit – als unangebracht oder werden beargwöhnt, verbunden mit der Zuschreibung eines kontagiösen Charakters von Forschungsgegenständen, denen das Potential einer Stigmatisierung der Forschenden innewohnt (vgl. Kirby und Corzine 1981): Wer möchte in und zu totalitären und gewaltaffinen religiösen Gemeinschaften wie der “Colonia Dignidad” forschen?

 

Dabei ist es ein Spezifikum des Faches, sich nicht nur für das Triviale, sondern auch für das Randständige und Abgründige zu interessieren. Maase und Warneken (2003) sprechen von den “Unterwelten der Kultur” als “wichtiges, charakteristisches Themenfeld”.

 

Im Rahmen wechselnder Konjunkturen entwickeln sich Mainstreamthemen zu randständigen oder marginalisierten Bereichen und vice versa, etwa auch, wenn das volkskundlich Traditionelle in einem impliziten Fortschrittsglauben für altmodisch oder überwunden erklärt wird. Das “Vielnamenfach” hat nicht nur zahlreiche Transformationen aufgrund von Paradigmenwechseln, Turns und der kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte durchgemacht, sondern unterliegt in Fachhabitus (Kaschuba 2013), Wissenskulturen und Forschungsperspektiven auch Moden und Trends (Bachmann-Medick 2006), die sich auf das symbolische Kapital der Forschenden und die Anerkennung innerhalb des wissenschaftlichen Feldes  auswirken können. Hinsichtlich der Reputation der Forschung spricht Warneken (1997) von der “Eingepasstheit in den Kanon der jeweils legitimen Kultur” – dies gilt auch für die Fachkultur.

 

Eine pejorative Bewertung von Forschungsgegenständen birgt die Gefahr der Standardisierung, Engführung und eines auf Akzeptanz und Sicherheit ausgerichteten konformistischen bzw. strategischen Verhaltens bei der Wahl von Themen beziehungsweise Methoden. Eine solche Dynamik widerspricht dem Selbstverständnis des Faches, sich mit alltagskulturellen Lebensäußerungen jeglicher Art auseinanderzusetzen und daher nicht nur eine entsprechende Offenheit für potentiell der Untersuchung würdige Gegenstände zu zeigen, sondern auch die Bereitschaft, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die eine ästhetische oder moralische Zumutung darstellen. Zudem widerspricht eine solche Themenpolitik der prinzipiellen Offenheit qualitativ-empirischer Forschung.

 

Die Tagung möchte in einer analytischen Perspektive auf die skizzierten Dynamiken und Aushandlungsprozesse die bislang vor allem implizit mitgeführten Klassifizierungsmechanismen von Themen explizit machen. Ziel ist dabei die Reflexion von Tabus, blinden Flecken, Bewertungs- und Ausschlussprozessen im Kontext der intrafachlichen Diskursivierung von Forschungsgegenständen. Die zu diskutierenden Aspekte sind auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt:

 

Programmatisch: Welche Themen gelten aus welchen Gründen als relevant beziehungsweise irrelevant? Wie hängen Konjunkturen und Moden zusammen mit geistesgeschichtlichen, historischen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen? In Bezug auf welche Themen werden welche methodischen Ansätze als angemessen betrachtet? Wer kann aufgrund welchen symbolischen Kapitals wie über seine Forschung sprechen und schreiben, wem wird die Deutungsmacht über den Stellenwert von Forschungsgegenständen zugeschrieben?

 

Daraus folgend forschungsstrategisch: Welche Forschungsgegenstände werden warum als geeignet vs. ungeeignet erachtet, Prestige und Anerkennung zu erzeugen? Wie wirkt sich die Wahl von Forschungsgegenständen in unterschiedlichen Stadien einer Forscher*innenkarriere aus?

 

Und schließlich: Wie soll das Fach Europäische Ethnologie/Kulturanthropologie/Volkskunde mit solchen Diskussionen umgehen?

 

Erwünscht sind sowohl konkrete Beispiele für die diskursive Verhandlung in diesem Sinne kritischer Forschungsthemen als auch Beiträge, die diese Dynamiken auf einer Metaebene im Sinne eines fachgeschichtlichen und –theoretischen Blicks beleuchten.

 

Wir bitten um Abstracts (max. 3000 Zeichen) samt knappen CV-Angaben per E-Mail bis zum 15.1.2017 an: europ-ethnologie@uibk.ac.at

 

Es sollte sich um neue und unveröffentlichte Beiträge handeln.

 

Zugesagte Keynotes: Silke Göttsch-Elten, Kaspar Maase, Bernd Jürgen Warneken, Jens Wietschorke

 

Idee und Organisation:

 

Dr. Marion Näser-Lather und Univ.-Prof. Dr. Timo Heimerdinger
Universität Innsbruck
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie
Innrain 52
A-6020 Innsbruck

 

Literatur:

 

Bachmann-Medick, Doris: Cultural Turns: Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften. Reinbek bei Hamburg 2006.

 

Kaschuba, Wolfgang: „Turns“ und „Tunes“: Zur Historizität ethnologischen Wissens. In: Zeitschrift für Volkskunde 109 (1), 2013, S. 1–27.

 

Kirby, Richard/Corzine, Jay: The contagion of stigma: Fieldwork among deviants. In: Journal of Qualitative Sociology 4 (3), 1981, S. 3–20.

 

Köstlin, Konrad: Der Tod der Neugier, oder auch: Erbe – Last und Chance. In: Zeitschrift für Volkskunde 91, 1995, S. 47–64.

 

Maase, Kaspar/Warneken, Bernd Jürgen: Der Widerstand des Wirklichen und die Spiele sozialer Willkür.  Zum kulturwissenschaftlichen Umgang mit den Unterwelten der Kultur. In: Dies. (Hg.): Unterwelten der Kultur. Themen und Theorien der volkskundlichen Kulturwissenschaft. Köln 2003, S.7–24.

 

Scharfe, Martin: Bagatellen. Zu einer Pathognomik der Kultur. In: Zeitschrift für Volkskunde 91 (1), 1995, S.1–26.

 

Warneken, Bernd Jürgen: Ver-Dichtungen. Zur kulturwissenschaftlichen Konstruktion von “Schlüsselsymbolen”. In: Rolf Wilhelm Brednich/Heinz Schmitt (Hg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. Müns-ter u.a. 1997, S. 549–562.

 

Wietschorke, Jens: Beziehungswissenschaft. Ein Versuch zur volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Epistemologie. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde LXVI, 2012, S. 325–359.

CfP: Mode – Zwischen Ewigkeit und Flüchtigkeit (Salzburg und Linz, 3/2017)

Mittwoch, 2. November 2016
Call for Papers:

Mode – Zwischen Ewigkeit und Flüchtigkeit  (Salzburg und Linz, 3/2017)

 

 

Tagung am Mozarteum Salzburg (Schwerpunk Wissenschaft und Kunst) und

am Fachbereich Kunstwissenschaft der Katholischen Privat-Universität Linz  

10.–11.03.2017

 

Mode wird traditionell mit Geschwindigkeit, Flüchtigkeit und Vergänglichkeit verbunden. Seit sie im späten Mittelalter auftauchte, ist sie durch ihr Streben nach Innovation geprägt. Das Verhältnis der Mode zum modernen Tempo bildete auch eines der zentralen Themen der im 19. Jahrhundert aufkommenden Modetheorie. Charles Baudelaire war 1863 einer der Ersten, der ihre Flüchtigkeit als das Charakteristische der Mode erachtete. In den letzten Jahren hat sich das Tempo des modischen Wechsels nochmals entscheidend beschleunigt. Ausgehend vom Niedrigpreissektor hat der immer schnellere Wechsel auch die gehobene Mode erfasst. Obwohl die Mode als das exemplarische Feld des Wandels gilt, fordert sie der aktuelle rasante Wandel heraus: Seit einigen Jahren ist von einer Krise des Modesystems die Rede.

Denn seit den späten Nullerjahren haben sich die bestehenden Kräfteverhältnisse im Modesystem gravierend geändert. Die Branche erlebt aufgrund von strukturellen Veränderungen schwerwiegende kreative Umwälzungen. Zudem formiert sich gegen die „Fast Fashion“ eine immer einflussreicher werdende Gegenbewegung – die „Slow Fashion“. Ihr geht es um Nachhaltigkeit im Sinne ökologischer und sozialer Verantwortung. Im Bereich von Produktion, Distribution und Konsum werden dazu neue Technologien entwickelt oder herangezogen, tradierte Techniken mit Hilfe neuster Verfahren reaktualisiert und alte Traditionen wiederentdeckt. Im Zeichen des globalen Kapitalismus sind dabei jedoch mitunter Machtstrukturen im Spiel, die den Umgang mit den natürlichen Ressourcen nicht grundlegend ändern und soziale Ungleichheit unter neue Vorzeichen fortschreiben.

Mode unterscheidet sich von  Kleidung in ihrem ästhetischem Überschluss. Dieser Überschuss eröffnet kreative Spielräume. Hierbei fällt wiederholt eine spezifische Thematisierung von Zeit auf, die man als eine Entdeckung der Langsamkeit und ein neues Interesse an Beständigkeit beschreiben könnte. Zurückgegriffen wird dabei auf das Sakrale, religiöse Zeichen, den Kunstdiskurs, die Tradition oder neuste Technologien. Lässt sich dies als ein selbstreflexives Moment lesen?

Ziel der Tagung ist es das aktuelle Empfinden einer Krise des Modesystems unter dem Aspekt des Verhältnisses von Mode und Zeitlichkeit zu befragen. Wie haben sich unter diesem Fokus die Funktionsweisen im System der Mode geändert, gewandelt und welche Strategien werden heute von seinen Protagonisten aus welchen (ökonomischen Motivationen angewandt?

 

Mögliche Themenfelder:

- Renaissancen im Modesystem: Vintage,  DIY, traditionelle Formensprachen, Personal  Measuring, Revival der Handwerkstechniken….

- Zufluchten:  Rituale,  Sakrales, Geheimbünde?

- Ökonomie, Zyklen und Verschleiss

-  Kunst und Mode und Zeit

- New Technology : Materialien, Herstellungstechniken, Vertriebswege…

 

Bitte senden Sie ein Exposé (max 2.500 Zeichen) sowie einen knappen Lebenslauf bis zum 30.11.2016 an silke.geppert@moz.ac.at und b.schroedl@ku-linz.at.

 

Gelder für Fahrt- und Übernachtungskosten sind beantragt. Eine Publikation der Vorträge ist geplant.

Innsbruck: CfP: Zur Methode der ethnografischen Feldforschung/Popkongress 2017

Montag, 26. September 2016

Tagung: Zur Methode der ethnografischen Feldforschung

9. Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien in der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM), Popkongress 2017, 2. – 4. Februar 2017, Innsbruck

 

Die 9. Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien hat mit der ethnografischen Feldforschung eine Forschungsmethode zum Gegenstand, die Van Maanen als „peculiar practice of representing the social reality of others through the analysis of one’s own experience in the world of these others“ (Van Maanen 2010: XIII) definiert. Das große Interesse, das die im Kontext der außereuropäischen Ethnologie entwickelte Methode derzeit in vielen sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen und besonders auch in der Populärkultur- und Medienforschung weckt, resultiert aus ihrem Zweck, eine Annäherung an die Wirklichkeitswahrnehmungen und Alltagspraxen anderer Menschen zu ermöglichen. Angesichts der Komplexität gesellschaftlicher Verhältnisse in der Spätmoderne – und mit dieser einhergehender gesellschaftlicher Phänomene wie Individualisierung und Rassismus – geht die Tagung davon aus, dass, „despite the problems it faces, the need for ethnography – away and at home – is greater than ever before“ (Van Maanen 2010: XI).

Die mit der Methode einhergehende Herausforderung, die von Van Maanen hier angesprochen wird, ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass es sich bei der ethnografischen Feldforschung weniger um eine klar umrissene Methode als vielmehr um ein flexibles Methodenbündel handelt, in dessen Zentrum teilnehmende Beobachtungen, informelle Gespräche und offene Interviews stehen. Die Herausforderungen resultieren vor allem daraus, dass die Methode die Subjektivität der forschenden Person als Methodeninstrument einsetzt; sind es doch ihre Wahrnehmungen und Erlebnisse, aus denen das Datenmaterial hervorgeht.

In jüngster Zeit wird die Subjektgebundenheit ethnografischen Feldforschens insbesondere unter dem Aspekt der vielfältigen sensuellen Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen thematisiert (Arantes u. Rieger 2014). Aber wie schon die Heftigkeit der Reaktionen auf die Veröffentlichung der Tagebücher Bronislaw Malinowskis in den 1960er Jahren zeigt, wohnt der Subjektgebundenheit des ethnografischen Feldforschens ein Irritationsmoment inne, das sich nicht einfach übergehen läßt. Eröffnet sich hier doch ein Spannungsfeld, dessen weitere Eckpunkte der Objektivitätsanspruch der Wissenschaft aber auch die Abhängigkeit der wissenschaftlichen Diskussion von übergreifenden symbolischen Ordnungen, Sinneskulturen und den begrifflichen Kategorien, die als Paradigmen die wissenschaftliche Diskussion ausrichten, bilden.

Insofern geht mit der Anwendung der Methode des ethnografischen Feldforschens auch die Notwendigkeit einher, diese Präsuppositionen sowie den Stellenwert, der hier der Subjektivität der forschenden Person zukommt, zum Gegenstand der Methodenreflexionen zu machen. Alexa Färber hat in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, eine Analogie zwischen der Subjektgebundenheit des ethnografischen Feldforschens und dem gesellschaftlichen Dispositiv des unternehmerischen Selbst zu ziehen (Färber 2008). Ein anderer Fokus ergibt sich aus der ethnopsychoanalytischen Forschungstradition, in der die subjektiven Irriationen der feldforschenden Person potentiell als ein Datum über die Kultur des untersuchten Feldes verstanden werden (Bonz 2016, Davies u. Spencer 2010, Devereux 1973).

Der Kanon der Populärkultur- und Medienforschung umfasst einige Klassiker, die auf der Grundlage ethnografischer Feldforschungen entstanden sind, wie Paul Willis’ (1978) Studie über Rocker und Hippies; Marie Gillespies (1995) Untersuchung der Mediennutzung durch Jugendliche in der Situation der Migration und Gerry Bloustiens (2003) Girl Making – A Cross-Cultural Ethnography on the Processes of Growing up Female. Der Ansatz der Tagung ist es, an diese Studien anzuknüpfen und nach aktuellen Erfahrungen mit ethnografischem Feldforschen zu fragen und hierbei Praxen des Feldforschens zu beschreiben und gemeinsam zu erörtern:

Wie lassen sich sinnvolle Feldforschungsnotizen schreiben und welche Funtion kann hierbei spezifischen Medien des Aufzeichnens zukommen? Eröffnen Medienwechsel alternative Wahrnehmungen des Feldes? Was verstehen wir unter dichten Beschreibungen? Wie intuitiv, systematisch, umfassend oder kleinschrittig kodieren wir Feldmaterial (Emerson et al. 1995)? Wie werden signifikante Ereignisse im Feld bzw. in den Feldnotizen erkannt? Welche Herausforderungen gehen mit der Online-Ethnografie (Koch 2014) einher bzw. mit der Untersuchung „medialer Räume“ (Zillinger 2015)? Sind computerunterstützte Auswertungsverfahren sinnvoll? Wie ist unser Verhältnis heute, gute zwanzig Jahre nach der Writing-Culture-Debatte, zur eigenen Autorschaft und in welchen Formen werden die Stimmen des Untersuchungsfeldes repräsentiert?

Zur Diskussion stehen dabei auch epistemologische Frage wie der Begriff des Feldes (Hess u. Schwertl 2013) und methdodologische Fragen wie, wieviel Teilnahme das teilnehmende Beobachten eigentlich verkraftet (Hitzler et al. 2016).

 

Um einen lebendigen Austausch zu befördern, kombiniert die Tagung verschiedene Präsentationsformate, zu denen jeweils Vorschläge eingereicht werden können:

  • Vorträge zur Praxis ethnografischer Methodenanwendung oder zur Methodologie
  • Redebeiträge zu einer Diskussionsrunde zur Subjektgebundenheit der Methode der ethnografischen Feldforschung.
  • Teilnahme bzw. Einbringung von Feldforschungsmaterial in eine Feldforschungssupervisionsgruppe nach dem Modell der ethnopsychoanalytischen Deutungswerkstatt.
  • Eine weitere Diskussionsrunde beschäftigt sich mit Perspektiven der AG Populärkultur und Medien, ihren Untersuchungsgegenständen, relevanten Forschungsfragen und dem Verhältnis der AG zu anderen wissenschaftlichen Institutionen; auch hierzu können Vorschläge eingereicht werden.
  • Unabhängig vom Tagungsthema wird ein Forschungsworkshop stattfinden, in dem aktuelle Forschungsprojekte in ihrer konzeptuellen Anlage bzw. in einzelnen Aspekten vorgestellt werden (siehe unten).

 

Die Tagung umfaßt außerdem eingeladene Vorträge (Keynotes) sowie die Mitgliederversammlung der AG mit turnusmäßiger Wahl der Sprecher*innen.

 

Bitte alle Einreichungen im Dateinamen mit Nachnamen der einreichenden Person, Kurztitel und Formatangabe bezeichnen und im pdf-Format speichern (Name_Kurztitel_Angabe des Formats.pdf).

 

Der Call for Papers endet am 15. November 2016.

Anmeldung und Information: joachim.bonz@uibk.ac.at

 

Veranstalter: PD Dr. J. Bonz, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, in Kooperation mit Innsbruck Media Studies (IMS) und dem Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung (PsyKo).

 

Soderformat Forschungsworkshop

 

Im Rahmen der Jahrestagung bietet die AG als integralen Bestandteil einen Forschungsworkshop an, der sich insbesondere an Doktorand*innen und Studierende aller Disziplinen richtet. Die Teilnehmer*innen erhalten im Workshop die Möglichkeit, ihre Qualifikationsarbeiten vorzustellen und sich mit konkreten Fragestellungen und Problemen an das Fachplenum der AG zu wenden. Der Fokus des Workshops liegt auf den jeweils spezifischen Herausforderungen, die sich bei der Durchführung einer Qualifikationsarbeit ergeben und soll insbesondere offene Fragen, theoretische, methodische und/oder konzeptionelle Herausforderungen thematisieren. Das wesentliche Ziel ist der problemzentrierte, konstruktive, kollegiale und lösungsorientierte Austausch über spezifische Probleme der vorgestellten Work-in-progress-Projekte. Um diesem Austausch mehr Raum zu geben, als es im Rahmen üblicher Vortrags- und Diskussionsformate möglich ist, ist der Workshop in zwei Phasen strukturiert:

Phase 1: Jeweils 10- bis 15-minütige problemzentrierte Vorträge der Workshop-Teilnehmer*innen

Phase 2: Gezielter Austausch in ca. 30-minütigen offenen Gruppengesprächen über die referierten Themen, Fragestellungen, Herausforderungen und Probleme

Organisation: Katja Kaufmann, Mario Anastasiadis, Sandra Mauler.

Der Forschungsworkshop ist ein grundsätzliches Angebot der AG Populärkultur und Medien. Einreichungen in diesem Rahmen sind daher ausdrücklich nicht an das Thema der Jahrestagung gebunden, sondern können aus dem gesamten thematischen Spektrum der Populären und Popkultur stammen. Die Teilnahme am Forschungsworkshop ist kostenlos und unabhängig von einer Teilnahme am Popkongress. Wir empfehlen jedoch die Teilnahme an der Jahrestagung, nicht zuletzt um dem Netzwerkgedanken Rechnung zu tragen.

Ein maximal 2-3 seitiges Proposal mit kurzem Lebenslauf, in dem das Thema, der Stand der Arbeit sowie die konkreten theoretischen, konzeptionellen und/oder methodischen Herausforderungen, die besprochen werden sollen, skizziert werden, bitten wir bis zum 15.11.2016 an forschungsworkshop@popkongress.de zu senden.

 

Quellen

 

Arantes, Lydia Maria; Rieger, Elisabeth (Hg.):  Ethnographien der Sinne. Wahrnehmung und Methode in empirisch-kulturwissenschaftlichen Forschungen. Bielefeld: Transcript 2014.

Bloustien, Gerry: Girl Making – A Cross-Cultural Ethnography on the Processes of Growing up Female. New York: Berghahn 2003.

Bonz, Jochen. Subjektivität als intersubjektives Datum im ethnografischen Feldforschungsprozess. In: Zeitschrift für Volkskunde, 112. Jahrgang (2016), Heft 1, 19-37.

Davies, James; Spencer, Dimitrina (Hg.): Emotions in the Field. The Psychology and Anthropology of Fieldwork Experience. Stanford: Stanford University Press 2010.

Devereux, Georges. Angst und Methode in den Verhaltenswissenschaften. München: Hanser 1973.

Emerson, Robert; Fretz, Rachel; Shaw, Linda: Writing Ethnographic Fieldnotes. Chicago u. London: University of Chicago Press 1995.

Färber, Alexa: Unternehmerische Dispositionen ethnografischer Praxis und ihre taktische Verwertbarkeit: Sieben Thesen. In: Windmüller, Sonja; Binder, Beate; Hengartner, Thomas (Hg.): Kultur-Forschung – Zum Profil einer volkskundlichen Kulturwissenschaft, Berlin: Lit 2009, 178-194.

Gillespie, Marie: Television, Ethnicity and Cultural Change. London und New York: Routledge 1995.

Hess, Sabine; Schwertl, Maria: Vom „Feld“ zur „Assemblage“? Perspektiven europäisch-ethnologischer Methodenentwicklung – eine Hinleitung. In: Dies. u. Moser, Johannes (Hg.): Europäisch-ethnologisches Forschen. Neue Methoden und Konzepte. Berlin: Reimer Verlag 2013, 13-37.

Hitzler, Ronald; Kreher, Simone; Poferl, Angelika; Schröer, Norbert (Hg.): Old School – New School? Zur Frage der Optimierung ethnographischer Datengenerierung. Essen 2016: Oldib.

Koch, Getraud: Ethnografieren im Internet. In: Bischoff, Christine; Oehme-Jüngling, Karoline; Leimgruber, Walter (Hg.): Methoden der Kulturanthropologie. Bern Haupt 2014, 367-382.

Van Maanen, John. Tales of the Field. On Writing Ethnography (Second Edition). Chicago u. London: University of Chicago Press 2011.

Willis, Paul: Profane Culture. London: Routledge & Kegan Paul 1978.

Zillinger, Martin: Was sind mediale Räume? In: Ders. u. Bender, Cora (Hg.): Handbuch der Medienethnographie. Berlin: Reimer 2015, 173-186.

 

 

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PD Dr. phil. Jochen Bonz
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie
Leopold Franzens Universität Innsbruck
Tel. 0043 512 507 4436

Call: Orientieren & Positionieren, Anknüpfen & Weitermachen: Wissensgeschichte der Volkskunde/Kulturwissenschaft in Europa nach 1945

Donnerstag, 12. Mai 2016

Eine Tagung der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde (SGV) und des Vereins für Volkskunde (VfV), Wien

Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 16. bis 18. November 2017

Deadline: 31. Oktober 2016 Call for Papers_english

…and would in a few years make all Europe, or the greater part of it,

as free and as happy as Switzerland is today.

Am 19. Dezember 1946 hielt Winston Churchill vor akademischem Publikum seine „Europa-Rede“, in welcher er für den zerstörten Kontinent ein Konzept der „European Family in a regional structure“ entwarf und einen Zusammenschluss jenseits nationalistischer Tendenzen proklamierte. Dass der einflussreiche Politiker ausgerechnet an der Universität Zürich sprach, unterstreicht die Rolle und die Darstellung der Schweiz als transnationales, vielfach genutztes und gedeutetes Leitbild der unmittelbaren Nachkriegszeit. Gerade für die „kleinen Nationen“ (Churchill) wie Österreich diente die Schweiz in den komplexen staatlichen wie regionalen Selbst- bzw. Identitätsfindungsprozessen nach 1945 als Orientierungs- und Positionierungshilfe.

Fast gleichzeitig und mit der praktisch gleichen Funktion bot Richard Weiss‘ Grundriss Volkskunde der Schweiz (1946) dem Fach Volkskunde in den NS-korrumpierten Ländern Ausgangspunkt zu einem disziplinären Neustart. Den AkteurInnen der Schweizer Volkskunde wurde europaweit quasi eine Moderatorenrolle für die Neuorientierung des Faches in Epistemologie, Methoden und Fachkonzeption zugesprochen. Zugleich verbanden sich mit den „Schweizern“ auch Hoffnungen auf eine Weiterarbeit in bestehenden persönlichen wie institutionellen Netzwerken. Insofern sagt das Bild einer „neutralen Schweizer Volkskunde“ viel über disziplinäre Verhältnisse nach 1945 aus.

Die Tagung der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde und des Vereins für Volkskunde in Wien nimmt diese gesellschaftsrelevanten wie wissenschaftsstrategischen „Schweiz-Bilder“ zum Ausgangspunkt kulturwissenschaftlicher Reflexionen über Aspekte von Internationalisierung bzw. Europäisierung, von nationaler- und regionaler Konzeption des fachlichen Wissens in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die in solche Erzählungen eingeschriebenen Vorstellungen von Peripherie und Zentrum volkskundlich-kulturwissenschaftlicher Wissensproduktion und ihre hohe Wirkmächtigkeit sollen analysiert werden. An der volkskundlichen Fach-, Wissens- und Institutionengeschichte lassen sich diese vielfältig politischen Prozesse nachzeichnen, die in Österreich etwa am Volkskundemuseum in Wien zu finden sind. Das Österreichische Museum für Volkskunde ist auch Veranstaltungsort der Tagung 2017.

Im analytischen Nachvollzug von Strategien, Praktiken und Allianzen der Wissenskonstruktion will die Tagung die Frage nach den Funktionen dieses volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Wissens im jeweiligen gesellschaftsgeschichtlichen Kontext stellen und zentral positionieren.

Erwünscht sind empirisch dichte Beiträge zu:

-          Funktionen und Funktionsweisen volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Wissens nach 1945 (z.B. Nationbuilding, regionale Selbstvergewisserungen, soziale Identitätsprozesse, politische Zuordnungen)

-          Möglichkeiten, Wirkungen und Grenzen von (fach)politischen Leitbildern (z.B. Europa-Idee, Schweiz-Bilder, nationalstaatliche Neuordnungskonzepte, Richard Weiss und seine Werke, 1945 als „Bruch“ der (Wissens)Geschichte, hegemoniale Narrative der fachhistorischen Entwicklung)

-          persönlichen wie kollektiven Positionierungen, Verbindungen, Verflechtungen im wissenschaftlichen oder auch wissenschaftspolitischen Feld (z.B. Atlasprojekte, Sammlungsgeschichten, biographische Beiträge und Institutionengeschichten)

-          (In-)Kongruenz von politisch/ideologischen Zielsetzungen und wissenschaftlichen Themen/Methoden/Praktiken (z.B. Aufrufe zu volkskundlichen Arbeiten, Erstellen von regionalen Brauchtumsinventaren, Hausforschung, internationale/europäische Pflugforschung) bzw. wissenschaftliche Raumbezüge (z.B. alpine Forschung).

Die Tagung findet voraussichtlich vom 16. bis 18. November 2017 in Wien statt.

Es ist geplant, die Ergebnisse der Tagung in einem Band zu veröffentlichen. Wir sind bemüht, die Kosten für Fahrt und Unterkunft für die Vortragenden zu übernehmen.

Bei Interesse reichen Sie bitte bis zum 31. Oktober 2016 ein Abstract von maximal 300 Wörtern für einen Vortrag in Deutsch oder Englisch inklusive eines kurzen CVs bei Birgit Johler (birgit.johler@volkskundemuseum.at) und bei Konrad Kuhn (konrad.kuhn@unibas.ch) ein.

OrganisatorInnen:

Dr. Sabine Eggmann, Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV), Basel/CH

Mag.a Birgit Johler, Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien/A

Dr. Konrad Kuhn, Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, Universität Basel/CH

Mag.a Magdalena Puchberger, Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien/A

Bei Rückfragen kontaktieren Sie bitte:

Mag.a Birgit Johler

Österreichisches Museum für Volkskunde

Laudongasse 15-19

A-1080 Wien

birgit.johler@volkskundemuseum.at

Dr. Konrad Kuhn

Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie

Universität Basel

Rheinsprung 9/11

CH-4051 Basel

konrad.kuhn@unibas.ch

 

Call for papers „Narrationsanalyse in der Europäischen Ethnologie“

Montag, 4. April 2016

Call for papers „Narrationsanalyse in der Europäischen Ethnologie“

Narrationsanalytische Zugänge als Auswertungsmethoden von Interview-Daten (z.B. nach Gabriele Lucius-Hoene und Arnulf Deppermann) haben in den empirisch arbeitenden Kultur- und Sozialwissenschaften in den letzten Jahren vermehrt Anwendung gefunden (u.a. Meyer 2014, Sutter 2013, Herlyn 2010). In der Europäischen Ethnologie kann diese Entwicklung an eine etablierte Erzähl- und Biografieforschung (u.a. Lehmann 2007, Bönisch-Brednich 2005, Löffler 1999) und an Ansätze der linguistischen Anthropologie (z.B. Groth 2012) anknüpfen. Die systematische Reflexion der Auswertungsphasen im Forschungsprozess ist umso wichtiger, weil Wege der Datengewinnung und der Datenrepräsentation bislang ungleich mehr kritische Aufmerksamkeit erfahren haben. Praktische Anleitungen zur Interviewführung und zur teilnehmenden Beobachtung finden sich in nahezu allen Handbüchern, und die Herausforderungen der Verschriftlichung haben als Writing-Culture-Debatte Fachgeschichte geschrieben. Die Phase der Datenauswertung hingegen ist bislang weniger systematisiert worden. Hierfür bietet die Narrationsanalyse einen instruktiven hermeneutischen Zugang: „Ce que parler veut dire“, also was man mit dem Sprechen sagen will, ist der Originaltitel von Pierre Bourdieus Buch über Sprechen als soziales Handeln.

Im Innsbrucker Workshop sollen methodologische Herangehensweisen der Narrationsanalyse als einer „Ethnografie des Sprechens“ (Dell Hymes) vorgestellt und diskutiert werden. Dabei stehen bewusst zunächst innerfachliche Anknüpfungspunkte im Mittelpunkt: In einer „Poetics of Folklore“ (Shuman/Hasan-Rokem 2012) können Erzählmuster, Gattungstraditionen und Intertextualität auf ihre sozialen Funktionen hin befragt werden: Wie positionieren sich Menschen im alltäglichen Erzählen, woraus besteht ein narrativer Habitus? Welche formalsprachlichen und inhaltlichen Rahmungen, Figuren und Muster strukturieren das Erzählte und machen es über seinen argumentativen Gehalt hinaus als kulturelle Leistung lesbar? Welche Möglichkeiten bietet die narrative Analyse für die Erforschung von Subjektivierungsprozessen? Und wo liegen die Grenzen der narrationsanalytischen Methoden?

Der Workshop findet vom 22. bis zum 24. September 2016 an der Universität Innsbruck statt. Wir freuen uns über erzähltheoretisch ausgerichtete Vorträge sowie über Projektberichte, die narrationsanalytisch angelegt sind. Auch die gemeinsame Diskussion von Interviewmaterialien soll im Workshop Raum finden. Bitte senden Sie Ihr Abstract im Umfang von maximal 500 Wörtern bis zum 30. Juni 2016 an assoz. Prof. Dr. Silke Meyer (silke.meyer@uibk.ac.at). Die Beiträge können in einem Sonderheft der Zeitschrift Fabula publiziert werden (peer review-Verfahren).

Für Fragen wenden Sie sich an Silke Meyer (silke.meyer@uibk.ac.at <mailto:silke.meyer@uibk.ac.at> ), Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck.

Assoz. Prof. Dr. Silke Meyer

Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie

Innrain 52d
A – 6020 Innsbruck

Tel.: +43 512 507-4440 (Sekretariat -4431)
Fax: +43 512 507-2675

 

CfP: Workshop Ethnografisches Forschen Innsbruck

Montag, 27. Juli 2015

Call for Papers: Workshop Ethnografisches Forschen

13. und 14.11.2015, Universität Innsbruck

Mit dem Methodenansatz der Ethnografie geht das Versprechen einher, die soziale Wirklichkeit genauer, konkreter, emischer als mit anderen sozialwissenschaftlichen Methoden erforschen zu können. Diese Qualitäten sind – ebenfalls in höherem Maße als bei anderen Methoden – an das Subjekt gebunden, das die Forschung durchführt. »The anthropologist doing participant observation is herself both the research instruments and the filter through which the lives of the informants are sifted«, schreibt Marianne Gullestad diesbezüglich 1984 (in: Kitchen-Table Society. A Case Study of the Family Life and Friendships of Young Working-Class Mothers in Urban Norway).

Mit den Herausforderungen, die hieraus für ethnografische Forschungsprozesse und die beteiligten Personen folgen, beschäftigt sich der zweitägige Workshop vor dem Hintergrund aktueller Methodendiskussionen zur sinnlichen Ethnografie (sensual/emotional turn) und zur Autoethnografie in der Auseinandersetzung mit konkreten Feldforschungserfahrungen. Im Fokus stehen dabei die Gestaltung des Forschungsprozesses und die Auswertung des Feldforschungsmaterials.

Der Workshop umfasst vier Formate:

(1) Vorträge zur Methodologie der Ethnografie

(2) Panels mit Kurzpräsentationen ethnografischer Erfahrungen in laufenden Forschungen

(3) eine Gruppendiskussion über konkrete Herausforderungen, die mit der ethnografischen Forschungspraxis für Forschende und Beforschte einhergehen

(4) Deutungswerkstätten zur assoziativen Artikulation latenter Inhalte des Feldforschungsmaterials

Zu den Formaten (1) und (2) können Vorschläge eingereicht werden.

Was die Deutungswerkstatt anbelangt, wird um Anmeldung gebeten – sowohl für die ‘aktive’ wie eine ‘passive’ Teilnahme.

Die Gruppendiskussion steht allen Anwesenden offen; sie wird nach dem Fishbowl-Prinzip organisiert sein.

Eingeladene Vorträge:

Lydia Maria Arantes (Graz): »Wahrnehmung greifbar machen. Sinnliche Ethnografie und Ethnopsychoanalyse«

Johanna Stadlbauer (Klagenfurt): »Anthropology that breaks your heart. Die Forscherin als Gegenstand der Ethnografie«

Außerdem hält Jochen Bonz einen Vortrag zum Thema »Subjektivität und Intersubjektivität im ethnografischen Forschungsprozess«.

Der Workshop richtet sich an ethnografisch arbeitende Wissenschaftler_innen aller Qualifikationsgrade (vom BA-Studierenden bis zur Professorin) der Europäischen Ethnologie/Kulturanthropologie und benachbarter Fächer wie der Soziologie, der Pädagogik und der Medienwissenschaft. Entsprechend wird um die Weiterleitung des CfP gebeten.

Die Einreichung von Vorschlägen (bitte auf maximal zwei Seiten) und die Anmeldung zur Deutungswerkstatt sind bis zum 15.09.2015 möglich.

Anmeldung zur Teilnahme bitte bis zum 15.10.2015.

Kontakt: Jochen Bonz = joachim.bonz@uibk.ac.at

Europäische Ethnologie, Leopold Franzens Universität Innsbruck

Call for Papers: International Conference on Science, Research and Popular Culture, Klagenfurt, Austria, September 17-18, 2015

Dienstag, 24. März 2015

Research on public engagement with science has strongly focused on science content in journalistic news media and so far only a few studies seriously examined other products of media and popular culture. Science is also often part of wider popular and entertainment culture and these other popular images of science and research are also likely to have an influence on public imaginations of science, research and scientific work. However, some scholars have stressed that entertainment media also influence public perceptions of science, research and technology, such as genetic risks and beliefs and prejudices about biotechnology, and should therefore be studied accordingly.

What members of the public know about science and research is the outcome of formal science learning, as in schools, and informal learning of science, such as the encounters with scientific contents and issues in the media and in popular culture. Alongside science education and once formal science education is completed, informal accounts of developments in science and technology, such as through the media and popular culture, are very important sources of knowledge for most people. Science education and science journalism will still be important sources of information for many people. However, the historian A. Bowdoin Van Riper addresses a central problem: “Popular culture probably does more than formal science education to shape most people’s understanding of science and scientists. It is more pervasive, more eye-catching, and (with rare exceptions) more memorable” (EMBO Reports 4(12): 1104-1107).

We are interested in bringing together various perspectives on science, research and popular culture (e.g. scientists and researchers, artists, media professionals). For instance, we’d like to learn more about how science and research are presented in different formats, for example fictional movies and TV series, in digital games, comic books and cartoons, in music and music videos, on social media sites (such as facebook or YouTube), in artistic and theatrical performances, science slams, science parodies and satire, etc.

Other interesting questions are how various audiences perceive science and research in various popular cultural formats. Are scientists and researchers relating to issues, themes, topics and channels of popular cultural as well, and if so how? What role do humour and aesthetics play in the public representation of science and research? Can particular depictions of science and research in popular culture influence the career choices and academic subject choices of young people, and if so how? How do scientific and research institutions use popular cultural formats to make themselves heard, and how do people and organizations opposed to scientific consensus views use the same channels and formats?

What are science and technology studies perspectives on popular culture and science and research? How can perspectives from cultural and media studies and (science) communication research illuminate the interrelations between science, research and popular culture? And what is happening in the world of science and research itself? Are scientists and researchers relating to issues, themes, topics and channels of popular cultural as well, and if so how?

We are looking for empirical, conceptual, and theoretical contributions and experience reports that illuminate the manifold interactions between science, research and popular culture.
If you are interested in participating, please send an email including contact details and an abstract (up to 500 words) before June 15 to Joachim.Allgaier@aau.at.
For further information or general enquiries contact either Joachim.Allgaier@aau.at. or Hauke.Riesch@brunel.ac.uk.
It is planned to edit a special issue of a peer-reviewed journal or an edited book, based on the contributions of the conference.

The conference will take place at Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt, Austria, September 17-18, 2015. The language of the conference is English.

Keynote Speakers are:
Darryl Cunningham (Author of Science Tales)
David Kirby (Manchester)
Chun-Ju Huang (Taiwan)
Rainer Winter (Klagenfurt)
Bernard Seidel (Vienna)

The conference is organised by Joachim Allgaier, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, and Hauke Riesch, Brunel University London, and supported by the European Association for the Study of Science and Technology (EASST):http://easst.net/

 

 

Dr. Joachim Allgaier

Institute of Science, Technology and Society Studies

Alpen-Adria-University Klagenfurt

Sterneckstraße 15

9020 Klagenfurt, Austria

Web: http://www.sts.aau.at/eng/content/view/full/8086

https://www.researchgate.net/profile/Joachim_Allgaier

Call for Papers (bis 30. Juni 2015) – Österreichische Volkskundetagung 2016

Donnerstag, 5. März 2015

Dimensionen des Politischen. Ansprüche und Herausforderungen der Empirischen Kulturwissenschaft

28. Österreichische Volkskundetagung

25. bis 28. Mai 2016 in Graz

 

Der Begriff des Politischen bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte mit der empirischen Kulturwissenschaft Volkskunde / Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie, ihren Themenfeldern und Aufgabengebieten, ihrer Methodologie und Fachgeschichte. Mit diesem call for papers möchten der Österreichische Fachverband für Volkskunde und der Österreichische Verein für Volkskunde zu einer internationalen Tagung nach Graz einladen.

Der Begriff des Politischen bezeichnet unterschiedliche Handlungsebenen und Referenzsysteme: zum Ersten das Regierungshandeln im Rahmen eines Systems aus Gesetzen, Institutionen und Personen, zum Zweiten politisches Handeln in einem zivilgesellschaftlichen Sinne des individuellen und kollektiven Eintretens für (politische) Ziele (diskutieren, wählen, organisieren, demonstrieren), zum Dritten lässt sich politisches Handeln in einem lebensweltlichen Sinne als produktives Alltagshandeln begreifen. Ihm liegt im Gegensatz zu einem bürokratischen und ideologischen Politikverständnis keine regionale, sondern eine „Weltorientierung“ zugrunde, die – so Hannah Arendt – grundsätzlich die Möglichkeiten des menschlichen Handelns in den Blick nimmt. Diese unterschiedlichen begrifflichen Auffassungen lassen sich in kulturanalytisches Arbeiten übersetzen. Sie erlauben es, Gegenstand, Methode und auch Fachgeschichte in Hinblick auf Dimensionen des Politischen kritisch zu beleuchten. Das Untersuchungsspektrum ist entsprechend weit gefächert; wir schlagen folgende Perspektivierungen vor:

-          Untersuchung von Politiken im Sinne von institutionellem Führungshandeln (Ethnografien politischer, ökonomischer, zivilgesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Institutionen, Untersuchungen aktueller Politiken wie Gouvernementalität, Neoliberalismus, Sicherheitspolitiken, städtische Ordnungspolitik, EU-Politik u.a.m.)

-          Ethnografien politischer Konflikte (Krieg, Terroranschläge, Volkskunde des Dschihad, soziale Bewegungen, gegenkulturelle Praxen)

-          Ausloten handlungstheoretischer Ansätze (Agency) vor dem Hintergrund eines politischen Selbstverständnisses; Projektbeispiele, die einen Anspruch auf politische Wirksamkeit der Arbeit in Prozessen der Interaktion oder der Vermittlung umsetzen

-          Historische und gegenwärtige Selbstverständnisse des Faches insgesamt sowie einzelner FachvertreterInnen (angewandte Volkskunde, positivistische Ansätze im Fach, Problematiken im Zusammenhang mit Auftragsforschungen, eingreifende Kulturwissenschaft, Falkensteiner Formel; kritische Diskussion des Fachnamens „Europäische Ethnologie“ vor dem Hintergrund aktueller Europapolitiken u.a.m.)

-          Ideologieanfälligkeit des Faches (deutschnationale Volkskunde, Volkskunde im Faschismus, Rechtspopulismus und Volkskultur in der Gegenwart, Entpolitisierungsstrategien) und seiner zentralen theoretischen Begrifflichkeiten (Kultur, Ethnizität, Identität…)

-          Politische Herausforderungen sowohl von volkskundlichen Institutionen in der Gegenwart (Museen) als auch von FachabsolventInnen in Institutionen (Ideologisierung von Volkskultur, Indienstnahme von Kultur als Herrschaftsinstrument u.a.)

-          Kritische methodologische Reflexionen über den Umgang mit Quellen: Diskursanalysen zur Dekonstruktion ideologischer Strukturen und Machtverhältnisse, zur Dechiffrierung von Normierungen, Normalisierungen, Handlungsgrammatiken; Relektüre von schriftlichen und sachkulturellen Quellen; systemaffine (staatstragende) quantitative Zugänge u.a.m.

An die Abstracts werden folgende Anforderungen gestellt:

-          Wir bitten Interessierte und insbesondere auch NachwuchswissenschaftlerInnen um Einsendung eines halbseitigen Abstracts in Deutsch oder Englisch.

-          Es sollte sich um neue und unveröffentlichte kulturwissenschaftliche Beiträge handeln.

-          Einsendungen werden gemeinsam mit einem kurzen CV bis 30. Juni 2015 unter dem Stichwort „Tagung 2016 – Dimensionen des Politischen” an folgende Adresse erbeten:

Prof. Dr. Johanna Rolshoven

Institut f. Volkskunde u. Kulturanthropologie

Karl Franzens Universität Graz

Attemsgasse 25/1

A-8010 Graz

johanna.rolshoven@uni-graz.at

Der Vorstand des österreichischen Fachverbands wird bis Anfang August 2015 über die eingelangten Vorschläge befinden und das endgültige Programm festlegen.

CfP: Klagenfurt: 3. Tagung der Österreichische Gesellschaft für Geschlechterforschung: Kritik der Repräsentation

Montag, 18. August 2014

Call zur
3. Tagung der ÖGGF (Österreichische Gesellschaft für Geschlechterforschung)
Kritik der Repräsentation – Geschlechterimaginäres im Wandel Visueller Kulturen

21.-23. September 2015, Universität Klagenfurt
Die Tagung beleuchtet die Relevanz des Visuellen und des Audiovisuellen, seine
argumentativen und politischen Handlungspotentiale bzw. seine ästhetischen, analytischen
und bildlich-textuellen Praktiken in Hinblick auf die Konstituierung und Destituierung von
Geschlecht und Geschlechterherrschaftsverhältnissen. Mit dem Begriff des
Geschlechterimaginären ist die Gesamtheit der Imaginationen, Vorstellungen, Affekte, Bilder,
Bedeutungen, Symbole und Konstruktionen zu bzw. von Geschlecht gemeint, die
unter spezifischen historischen und politischen Bedingungen in der Gesellschaft zirkulieren.
Dies, sowie Blickregime und Einbildungskraft, (audio-)visuelle Kultur im weitesten Sinn,
können dabei aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven kritisch hinterfragt werden.
Zudem sollen inter- und transdisziplinäre Ansätze zu neuen methodischen Verknüpfungen
beitragen.
„(Audio-)Visuelle Kultur“ und Repräsentationskritik als dynamische Forschungsfelder in und
zwischen den Disziplinen bieten sich für diese doppelte Erhellungsstrategie in besonderer
Weise an.
Wir freuen uns auf Beiträge, die sich an der Schnittstelle von Repräsentationskritik, (Audio-
)Visueller Kultur, Kunst-, Kultur-, Medien-, Textwissenschaften und Genderforschung
ansiedeln. Mit ihrer 3. Tagung will die ÖGGF der Geschlechterforschung in ihrer ganzen
Breite quer durch alle Generationen wieder ein Forum bieten. Besondere Einladung ergeht an
BeiträgerInnen, die sich mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen im Alpen-
Adria-Raum und in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien beschäftigen. Die Abstracts
sollen max. 3000 Zeichen enthalten.
Außerhalb dieses thematischen Fokus können auch Abstracts für einen open stream
eingereicht werden, d.h. Beiträge die aus anderen Feldern der Geschlechterforschung
kommen. Eine Reflexion des Standes der Geschlechterforschung im jeweiligen Feld wird für
den Beitrag vorausgesetzt.
Auf der Jahrestagung wird außerdem ein moderierter Open Space angeboten, in dessen
Rahmen bestimmte thematische Schwerpunktsetzungen (disziplinär, inter- oder
transdisziplinär), Forschungsfragen und forschungspolitische Initiativen bearbeitet sowie
Forschungsnetzwerke befördert werden. In Folge können sich aus diesen
Diskussionszusammenhängen Arbeitsgruppen der ÖGGF konstituieren, bereits bestehende
Arbeitsgruppen (siehe Homepage der ÖGGF) können Diskussionsgruppen anbieten. Themen
können direkt auf der Tagung eingebracht werden und müssen nicht vorab eingereicht
werden.
Die Teilnahme an der Konferenz ist für ÖGGF-Mitglieder kostenlos. Mitgliedsanträge
können on-line unter www.oeggf.at gestellt werden.
Zu senden bis 15. Dezember 2014 an: petra.stroj@aau.at
Organisation und Konzeption: ÖGGF, Universität Klagenfurt (AK „Visuelle Kultur und
Geschlecht“ des Forschungscluster Visuelle Kultur in Zusammenarbeit mit dem Institut für
Philosophie, Fakultät für Kulturwissenschaften und dem Gender Zentrum, IFF)
Verantwortliche: Brigitte Hipfl, Alice Pechriggl
Organisationsteam: Lisa Appiano, Cristina Beretta, Angela Fabris, Thomas Hainscho,
Kirstin Mertlitsch, René Schallegger, Jutta Steininger, Martin Weiß,
Sekretariat: Petra Stroj

CfP: Die Seereise als Erfahrung des Übergangs MCS Journal

Donnerstag, 26. Juni 2014

Mobile Culture Studies. The Journal (Open access journal, Karl-Franzens-Universität Graz)

Call for Papers / Beitragsaufruf

The Sea Voyage as a transitory experience

Die Seereise als Erfahrung des Übergangs

→ German version page 2

The Open Access online journal Mobile Culture Studies. The Journal ›mcsj› starts its activity in 2015. It has evolved from the homonymous international transdisciplinary platform active since 2010. It is grounded in the humanities, covering the transdisci­plinary field of mobility. The journal will publish research-based contributions on the cultural and social phenomena of mobilities and their counterparts, historical evidence of people’s mobile practices, representations of mobility in oral and visual culture, and changing concepts of mobility.

The first edition of Mobile Culture Studies. The Journal ›mcsj› is dedicated to the sea voyage as a transitory experience in migration processes. While images of current des­perate crossings between Libya and Lampedusa immediately come to one’s mind, the focus of this issue will go beyond the actual situation and integrate representations of the sea voyage, the port cities of departure and arrival, and of the ship itself as a means of transport and reflection, in different historical periods and geographical areas. In these varied migration processes the ship – according to Michel Foucault „the hetero­topia par excellence” – has been represented as a kind of “suspended” time/space model which offers the opportunity to look both backward and forward. Passengers have described and documented the sea voyage in relation to their life experiences, and the voyages have produced a wide variety of sources: texts (letters, diaries, novels) as well as images (drawings, paintings, photographs) and sounds (migration songs).

We invite articles that identify, research and document such sources and introduce theoretical and methodological approaches for their analysis and interpretation on the overall context of the cultural practice(s) of mobility.

Articles can be submitted in any language; non-English contribution should be accom­panied by a two-page English summary; ›mcsj› seeks to offer a novel balance between native languages and English as a lingua franca. The contributions are normally peer reviewed. The average length of articles should be c. 18-20 pages (8-9,000 words).

Suggestions, including a title, a short abstract and a short CV, should be addressed to:

j.schloer@soton.ac.uk, Professor Joachim Schlör, University of Southampton, The James Parkes Building, University of Southampton, Southampton, United Kingdom SO17 1BJ. Deadline for proposals is August 15, 2014.

Beitragsaufruf: Die Seereise als Erfahrung des Übergangs

Die Open Access Zeitschrift Mobile Culture Studies. The Journal ›mcsj› nimmt ihre Publikationstätigkeit 2015 auf. Sie entstand aus der seit 2010 bestehenden gleich­namigen internationalen Plattform. Thematisch ist sie in den Geisteswissenschaften zu Hause und deckt Mobilitäten als transdisziplinäres Feld ab. Die Zeitschrift wird Ergeb­nisse der Forschung zu den kulturellen und gesellschaftlichen Mobilitätsphänomenen und deren Gegenstücken vermitteln, Erkenntnisse zur Geschichte der Mobilitätsprak­tiken, Repräsentationen der Mobilität in der mündlichen und visuellen Kommunika­tionskultur sowie des Wandels der Mobilitätskonzepte.

Die erste Ausgabe von ›mcsj› ist dem Thema der Schiffsreise als einer Erfahrung des Übergangs in Prozessen der Migration gewidmet. Während sich bei diesem Thema un­mittelbar Bilder von heutigen Flüchtlingen aufdrängen, die versuchen, von Libyen nach Lampedusa zu gelangen, sollen die Beiträge für diese Ausgabe über die aktuelle Situa­tion hinaus Situationen und Repräsentationen aus verschiedenen historischen Epochen und verschiedenen geographischen Räumen in den Blick nehmen: die Schiffsreise und ihre Bedingungen; die Hafenstädten der Abfahrt und der Ankunft; die Schiffe selbst als Medien des Transports und der Reflexion. Im Zusammenhang mit unterschiedlichen Migrationserfahrungen wurde das Schiff – nach Foucault „die Heterotopie schlechthin“ – als einen Art „aufgehobenes“ Raum-Zeit-Modell betrachtet (und erfahren), das zum Nachdenken über Herkunft und Zukunft herausfordert. Passagiere solcher Schiffs­reisen haben diese Erfahrung in Bezug zu ihren jeweiligen Lebensumständen und deren oft radikaler Veränderung dokumentiert und beschrieben, die Reisen selbst haben eine große Bandbreite an Quellen hervorgebracht, Texte) Briefe, Tagebücher, Romanentwürfe) ebenso wie Bilder (Zeichnungen oder Fotografien) und Töne (Aus­wanderungslieder).

Wir suchen Beiträge, die solche Quellen identifizieren, recherchieren und dokumen­tieren; die theoretische und methodologische Annäherungen zu ihrer Analyse und Interpretation anbieten; und die Quellen und Methoden im Kontext einer kultur­wissenschaftlichen Mobilitätsforschung diskutieren.

Beiträge können in allen Sprachen eingereicht werden; nicht auf Englisch verfasste Beiträge sollen von einer zweiseitige Zusammenfassung auf Englisch begleitet werden; ›mcsj› bemüht sich, einen Ausgleich zwischen Regionalsprachen und Englisch als lingua franca herustellen. Die Beiträge werden üblicherweise peer reviewed. Der mittlere Textumfang soll 18-20 Seiten betragen (45’00 bis 53’000 Zeichen).

Vorschläge mit Titel, Kurzusammenfassung und Kurz-CV sind erbeten an: j.schloer@soton.ac.uk, Professor Joachim Schlör, University of Southampton, The James Parkes Building, University of Southampton, Southampton, United Kingdom SO17 1B70. Einsendeschluss für Beitragsvorschläge ist am 15. August 2014.