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Archiv für Januar 2010

Kustodin/Kustos für die Universitätssammlungen (Erlangen, Deadline: 12.2.2010)

Donnerstag, 28. Januar 2010

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Bewerbungsschluss: 12.02.2010

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist mit rund 27.000 Studierenden und über 4.800 Mitarbeitern/-innen die größte nordbayerische und eine der großen deutschen Universitäten. Sie verbindet die Tradition einer mehr als 260-jährigen Geschichte mit dem breiten Spektrum wissenschaftlicher Forschung und Lehre  in Natur- und Geisteswissenschaften, Technik und Medizin und pflegt zahlreiche internationale Partnerschaften.

An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist ab sofort, zunächst befristet auf zwei Jahre, die Stelle einer/eines
Beauftragten für die Universitätssammlungen (Kustodin / Kustos) (Entgeltgruppe 13 TV-L)
zu besetzen.

Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium und Berufserfahrung auf dem Gebiet der Wissenschaftsgeschichte und/oder Museologie sowie Ausstellungserfahrung. Der/Die Bewerber/in sollte über Erfahrung in der Projektleitung verfügen, körperlich belastbar sein und eine KFZ-Fahrerlaubnis (Kl. B) besitzen.

Die 1743 gegründete Friedrich-Alexander-Universität besitzt zahlreiche hochwertige wissenschaftliche Sammlungen aus allen Fakultäten. Die Aufgabe des/der Stelleninhabers/-in besteht in der Unterstützung der Kustoden bzw. Beauftragten der einzelnen Sammlungen, der Entwicklung interdisziplinärer, objektbezogener Lehrmodelle und der Öffentlichkeitsarbeit in Form von Sonderausstellungen, Publikationen etc. Zu den Aufgaben gehört auch die Leitung des universitätsinternen Arbeitskreises der Sammlungsbeauftragten.

Telefonische Auskünfte sind unter 09131 85-23948 (Herr Dr. Wachter) erhältlich.

Die Stelle ist für die Besetzung mit einem schwerbehinderten Menschen geeignet. Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei ansonsten im Wesentlichen gleicher Eignung bevorzugt eingestellt. Die Universität Erlangen-Nürnberg fördert die berufliche Gleichstellung von Frauen. Frauen werden ausdrücklich aufgefordert sich zu bewerben.

Bewerbungen mit vollständigen Unterlagen (tabellarischer Lebenslauf mit Lichtbild, Kopien der Schul-, Berufsausbildungs- und Arbeitszeugnisse) werden bis zum 12. 2. 2010 erbeten an das Referat Z/1 der Zentralen Universitätsverwaltung, Schloßplatz 4, 91054 Erlangen.

Studierendentagung: „Gegensätze“ – Jena 3.-6.Juni 2010

Dienstag, 26. Januar 2010

///Einladung zur Studierendentagung: „Gegensätze“ – Jena 3.-6. Juni 2010

//Tagung
So vielfältig wie die Bezeichnungen unseres Faches, ebenso unterschiedlich sind die Forschungsfelder und nicht zuletzt die Studierenden selbst. Auf der Tagung wollen wir uns gegenseitig kennenlernen, alte und neue Kontakte pflegen, aber auch fachlich die einzelnen Prägungen der Teilnehmer durch ihre Institute kennenlernen. In Zeiten von verkürzten Studiengängen und überfüllten Veranstaltungen ist es umso wichtiger, dass die Studierenden sich vernetzen und austauschen um an ihren Heiminstituten neue Ideen und Anstöße geben zu können. 

Das Thema der Tagung lautet Gegensätze. Damit wollen wir an die Thematik   letzten Jahres in Innsbruck („Altes und Neues“) anknüpfen. 
Sommer vs. Winter, Faszination vs. Abscheu, Vernunft vs. Gefühl, Geschichte vs. Gegenwart, Regen vs. Sonne, Kupferstich vs. Internet, Master vs. Magister. Als Studierende einer empirischen Kulturwissenschaft bewegen wir uns nahezu in allen Bereichen zwischen Gegensätzen jedweder Art und gerade sie fördern spannende Themen und Felder.

Gegensätze faszinieren die Menschen schon seit langer Zeit. So stellten schon im 6. Jh .vor Christus die Pythagoreer zehn Gegensatzpaare als Prinzipien der Dinge auf:
 Grenze und Unbegrenztes – Ungerades und Gerades – Eines und Vieles – Rechtes und Linkes -Männliches und Weibliches – Bewegtes und Unbewegtes – Gerades und Krummes – Licht und Finsternis – Gutes und Böses – gleichseitiges und ungleichseitiges Viereck  

 // Workshops
Die Workshops der Tagung sind von Studierenden für Studierende. Im Mittelpunkt steht die Arbeit an einem kulturwissenschaftlichen Thema. Durch Umfragen wird im Vorfeld ermittelt, womit sich die Studierenden beschäftigen wollen. Soweit möglich, wollen wir uns an unseren Vorfahren orientieren und unsere Workshops an den oben angeführten Gegensatzpaaren anlehnen, sodass wir moderne Themen in einem historischen Rahmen bearbeiten. Ende April werden die einzelnen Workshopthemen bekanntgegeben.

//Organisatorisches
Die Tagungsgebühr von 65 € setzt sich aus 50 € für die Unterkunft und 15 € Tagungsbeitrag zusammen. Wir haben in zwei verschiedenen Herbergen Plätze für euch reserviert. Während die eine etwas stadtnäher gelegen ist, kann man in der anderen in vergangen Zeiten schwelgen. Wer privat unterkommt, muss natürlich nur die 15 € bezahlen.

Sobald das Geld überwiesen und das Anmeldeformular bei uns eingegangen ist, gilt die Anmeldung als erfolgt. Wir melden uns dann sofort per Email. Detaillierte Informationen über den Tagungsablauf werden Euch per Email zugesandt oder können auf unserem Blog abgerufen werden.

Das Anmeldeformular und weitere Infos sind unter http://jena2010.wordpress.com zu finden

Ausschreibung: IFK-Akademie 2010: 22.-28. August 2010: Kulturen der Wahrnehmung

Dienstag, 26. Januar 2010

IFK_Akademie 2010: 22.–28. August 2010, Maria Taferl (Niederösterreich)

IFK_faculty:
Leitung: Prof. Dr. Helmut Lethen (IFK, Wien)
Weitere Mitglieder:
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer (Kunsthochschule für Medien Köln) Prof. Dr. Ludwig Jäger (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen) Prof. Dr. Hania Siebenpfeiffer (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald) Dr. Elisabeth Timm (Universität Wien)

Rahmenthema: Kulturen der Wahrnehmung

“Da unsere Wahrnehmung nicht blindlings registriert, sondern immer etwas als etwas meint, kondensiert sich die Fülle des aktuell Gegebenen als Kernbereich, anvisiert von einer bestimmten Perspektive und eingehüllt in Horizonte. Der Horizont ist es, der im Forschen des Blicks die Identität des Gegenstandes gewährleistet. Der Horizont ist es, der zwischen Wahrgenommenen und Nicht-Wahrgenommenen vermittelt. So konstituiert sich ein Wahrnehmungsfeld, in dem alles da ist. Doch so, dass eines hervortritt, anderes fernrückt, je nach Blickpunkt, der teils durch unser Interesse, teils durch unser Hier- und Jetztsein bestimmt ist”. So hat vom Gesichtspunkt der Neuen Phänomenologie Bernhard Waldenfels das komplexe Phänomen der Wahrnehmung umrissen. Diese Definition ist umfassender, weicher und sicherlich kunstnäher als die Art der Wahrnehmung, von der die mit Apparaturen operierenden modernen Wissenschaften ausgehen. Die Sommerakademie will aus dem großen Spektrum dieses Problemfeldes, das gegenwärtig von der Neurophysiologie bis zur Linguistik erforscht wird, einige kulturwissenschaftliche Aspekte herauslösen. In fünf Sektionen sollen folgende Themen behandelt werden:

Sektion 1: Sprache und Wahrnehmung (Ludwig Jäger)
Bereits für die Sprachphilosophie an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert verlieren sowohl das Auge als auch die visuell-perzeptive Gegebenheit der Dinge ihre Unschuld: Die “Mythen vom unschuldigen Auge und vom absolut Gegebenen” werden etwa bei Herder und Humboldt sprachphilosophisch als solche “entlarvt”. Das Auge beginnt nun “immer schon erfahren seine Arbeit”. Es funktioniert nicht mehr “aus eigener Kraft, sondern als pflichtbewusstes Mitglied eines komplexen und kapriziösen Mechanismus”, in dem die kategoriellen Leistungen der Sprache eine bedeutende Rolle spielen (Nelson Goodman).
Die Sektion wird sich mit folgenden Problemfeldern befassen:
Sprachlichkeit von Wahrnehmen und Erkennen; Bedingungen der Wahrnehmbarkeit von “Zeichendingen”; Sprache im Raum wechselseitiger Wahrnehmung und visueller und akustischer Sprachwahrnehmung. Alle philosophisch/theoretischen Fragen werden nach Möglichkeit im Licht empirischer Befunde erörtert und an Beispielen exemplifiziert und anschaulich gemacht.

Sektion 2: Wahrnehmung und Syn/Ästhesie (Hania Siebenpfeiffer)
Im Spannungsfeld von Wahrnehmung und Ästhetik stellt diese Sektion ein Grenzphänomen in den Mittelpunkt ihrer Diskussion: die Synästhesie.
Synästhesien sind Zwitter, hybride Zustände unkontrollierbarer und der Intention entzogener sinnlicher Vermischungen, in denen die in den Rubriken der Einzelsinne geregelte Wahrnehmung ihren Modus verliert und einer intermodalen Erfahrung Platz macht. Das Neben- bzw. Nacheinander des Tast- und Sehsinns, der akustischen und der olfaktorischen Wahrnehmung fordert seit dem 18. Jahrhundert Kunst und Wissenschaft gleichermaßen heraus. Die Synästhesie weist auf die primäre Leiblichkeit von Perzeptionen ebenso wie auf die Nachträglichkeit ihrer modalisierten Bewusstwerdung hin. Die Sektion wird den Dimensionen des Synästhetischen über die Verschränkung von aktueller Theoriebildung und konkretem historischem Fallbeispiel nachgehen. Den historischen Bezugspunkt bildet das 18. Jahrhundert, in dem synästhetische Phänomene erstmals ins Bewusstsein traten. Den theoretischen Bezugspunkt bildet das aktuelle Interesse an der Koppelung von Wahrnehmung, Ästhetik und Erkenntnis.
Von den Beiträgen dieser Sektion wird erwartet, dass sie beide Perspektiven in eigener Gewichtung akzentuieren, indem sie den Stellenwert der Synästhesie in gegenwärtigen ästhetischen und philosophischen Wahrnehmungstheorien ausloten und dabei die Indienstnahme ästhetischer Konzepte des 18. Jahrhunderts reflektieren.

Sektion 3: Mit den Augen fühlen – mit dem Körper sehen. Wahrnehmungsexperimente in Kunst und technischen Medien (Marie-Luise Angerer)
In seiner Arbeit über die Techniken des Betrachters wies Jonathan Crary auf die Entdeckung des Körpers als Basis der menschlichen Wahrnehmung in den neuesten Kunstströmungen hin. Er bezog sich in seinen Analysen explizit auf die Projekte des dänischen Künstlers Olafur Eliasson. Dieser brachte im Unterschied zu den visuellen Experimenten des 19. Jahrhunderts basale Parameter ins Schwanken und stellte die Unterscheidung von betrachtendem Subjekt und Objekt immer wieder – technisch induziert – in Frage. 2003 hatte Eliasson in der Tate Modern die Arbeit The Weather Project realisiert. Er konzipierte für das Museum eine Sonne, die den gesamten Raum der Tate Modern ausleuchtete und aus dem Ausstellungsraum einen Ort machte, in dem die Besucher sich auf den Boden legten, um die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Dies scheint kennzeichnend für eine Strömung nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Medien- und Literaturtheorie, Neuer Phänomenologie, Tanz- und Kulturforschung zu sein, die in das komplexe Gewebe von Wahrnehmung – Affekt – Materialität – Kognition – Performanz und Medientechnik einzudringen versucht.
Diese Sektion soll konkrete Wahrnehmungsexperimente aus dem Gebiet der Künste und technischen Medien kommentieren.

 Sektion 4: Wahrnehmung von Subjektivität als Thema und Werkzeug in den Sozialwissenschaften (Elisabeth Timm)
Alle empirisch arbeitenden kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen produzieren ihre Daten mit der Aufnahme von Beziehungen und deren subjektiver Wahrnehmung. Selten wird thematisiert, dass die Mehrzahl der Feldforschungen, teilnehmenden Beobachtungen, qualitativen Interviews, Wahrnehmungsspaziergänge, Datenaufnahmen etc. gar nicht auf einer stringenten Methode der einen oder anderen, subjektivistischen oder objektivistischen Schule beruhen, sondern eine Praxis des muddling through sind. Zwischen der Stringenz und Klarheit methodischer Handreichungen und der Praxis empirischer Studien besteht eine außerordentlich große Lücke.
Diese Lücke soll in dieser Sektion als Raum für den Umgang mit subjektiver Wahrnehmung in drei Richtungen befragt werden: Wie kommt es, dass die Reflexion oder Neutralisierung der Wahrnehmung der forschenden Person in der Ethnologie und Soziologie so viel Beachtung erfahren hat?
Inwiefern haben in den einzelnen Disziplinen Forschungshaltungen Forschungsmethoden abgelöst? Wo liegen die Schnittflächen und Funktionen, die zwischen subjektiver Wahrnehmung im Forschungsfeld und ihrer Repräsentation im Forschungsergebnis vermitteln? Inwiefern haben neuere Entwicklungen in den Neuro- und Sozialwissenschaften (z. B. Akteur-Netzwerk-Theorie) die Frage nach Subjektivität neu thematisiert?

Sektion 5: Wahrnehmungsschärfe und mechanische Objektivität (Helmut Lethen)
Bald nach Aufkommen des Ideals einer “mechanischen Objektivität”, die die Wahrnehmungskulturen der Wissenschaften im 19. Jahrhundert beherrschte, wurde das Argument der “Schärfe” der Beobachtung auch von Künstlern, Literaten und Medienleuten übernommen. Die Möglichkeit, die Welt mittels technischer Apparate zu erblicken und zu durchdringen, schien zu versprechen, sie ohne Eintrübungen durch subjektive Einstellungen oder moralische Interventionen erfassen zu können. Der Blick durch das Mikroskop oder die Kamera schien die Fakten mit einer Genauigkeit zu erfassen, die die menschliche Wahrnehmungsfähigkeit übertraf. Obwohl gegenwärtig die Wissenschaftsgeschichte die epistemologischen Bedingungen des Arguments der “Schärfe” der Beobachtung gut erforscht hat, geistert es nach wie vor durch Literatur-, Kunst-, und Medienkritik. Das neue “Lob der Unschärfe” weist darauf hin, wie dominant die Parameter der “Schärfe” geblieben sind.

Die Sektion soll das Problem auf verschiedenen Feldern untersuchen: das Ideal der mechanischen Objektivität in den Historischen Avantgarden (1910-1930), Austauschbeziehungen zwischen Fototheorie und Kunst- und Literaturtheorien im 19. und 20. Jahrhundert; die Rolle der Wahrnehmungsschärfe in der “Ästhetik des Schreckens”.

 TeilnehmerInnen:
NachwuchsforscherInnen und kulturwissenschaftlich versierte KünstlerInnen, die zum Stichtag 15.03.2010 nicht älter als 35 Jahre sind und ein zentrales Interesse am Projekt der Kulturwissenschaften und Cultural Studies haben. Österreichische BewerberInnen oder solche, die an österreichischen Wissenschaftseinrichtungen arbeiten, werden besonders zur Antragsstellung ermutigt.

 Arbeitsablauf:
Die verschiedenen Subthemen werden in einzelnen Sektionen mit Referaten behandelt. Die TeilnehmerInnen verpflichten sich zur Übernahme eines Arbeitsthemas. Um eine intensive Diskussion und einen ausgeglichenen Wissensstand der StipendiatInnen zu garantieren, wird die Lektüre von grundlegenden Texten bzw. Dokumenten, die als Arbeitsunterlagen vorweg zugesandt werden, vorausgesetzt.

Arbeitssprache:
Die Arbeitssprache ist Deutsch. Bewerbungen aus dem nicht-deutschsprachigen Raum sind willkommen.

Auswahl der TeilnehmerInnen:
Die Verständigung über die erfolgreiche Bewerbung zur IFK_Akademie erfolgt Anfang Mai 2010. Anschließend nehmen die Mitglieder der IFK_faculty mit den StipendiatInnen Kontakt auf, um die einzelnen Beiträge für die Akademie sowie die weitere Vorgangsweise zu vereinbaren.

Stipendienumfang:
Alle ausgewählten BewerberInnen, insgesamt maximal 20 Personen, erhalten vom IFK ein Stipendium, das die Unterbringung im Einzelzimmer und Verpflegung sowie die Bereitstellung der Arbeitsunterlagen beinhaltet. Die Reisekosten sind selbst zu tragen. Im Anschluss an die Verständigung über die erfolgreiche Bewerbung werden auch die organisatorischen Details bekannt gegeben.

 Bewerbungsunterlagen:
1) Stammdatenblatt (siehe Antragsformular: http://www.ifk.ac.at/dl.php/1/42/Stammdatenblatt.pdf)
2) Tabellarischer Lebenslauf und Lichtbild
3) Tabellarischer Bildungsgang (Schule, Universität, etc.), Kopie des letzten akademischen Abschlusszeugnisses; gegebenenfalls eine Liste der wissenschaftlichen Veröffentlichungen
4) Interessenskizze (etwa 4.000 Zeichen) und/oder konkreter Themenvorschlag zu einem der fünf Subthemen (etwa 4.000 Zeichen).

 Bewerbungsfrist
Der Antrag ist per Post bis spätestens 15. März 2010 (Fax oder E-Mail nicht zulässig; es gilt das Datum des Poststempels) zu senden an:
IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften z. Hd. PD Dr. Lutz Musner Reichsratsstraße 17 1010 Wien Österreich
Tel.: (+43-1) 504 11 26-29
Fax: (+43-1) 504 11 32
E-Mail: musner[at]ifk.ac.at
http://www.ifk.ac.at

Die IFK_Akademie 2010 wird finanziert durch das Sonderprogramm “Exzellenzinitiative Kulturwissenschaften” aus Finanzmitteln der Forschungsoffensive III des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung.

cfp: Blickpunkte. Fotografien als Quelle zur Erforschung der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa (Deadline: 19.02.2010)

Dienstag, 26. Januar 2010

cfp: Blickpunkte. Fotografien als Quelle zur Erforschung der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa

Die Jahrestagung der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde findet vom 15.09.2010-17.09.2010 (ACHTUNG! NICHT vom 07. bis 09. Juli 2010!) im Schlesischen Museum zu Görlitz statt.Die Mitglieder der Kommission und alle weiteren Interessierten sind herzlich eingeladen, die Tagung aktiv mit zu gestalten und Beitragsvorschläge für Vorträge einzureichen.

Zum Thema:
Im Zeitalter des „iconic turn“ rückt die Bildquellenanalyse zunehmend in den Fokus ethnologischer Forschung. Neben Text- und Tondokumenten stellen Fotografien den größten Bestand an Zeugnissen der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa dar. Während bei Text- und Tondokumenten Analysen in großem Maße vorliegen, weist die Bildforschung noch immer große Lücken auf, obwohl die Fotografie als Mittel heimat- und volkskundlicher Forschung schon früh erkannt und eingesetzt wurde. Oftmals sind Fotografien auch der einzige „Beleg“ für das Leben vor Flucht und Vertreibung. Neben der Erfassung des Aussagegehalts und des Bildkontexts einer Fotografie spielt zudem die Frage nach deren Authentizität eine wesentliche Rolle, da Fotografien eben nur scheinbar objektive Zeugnisse bzw. Abbilder der Wirklichkeit sind. Was also verraten uns Fotografien über die Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa?

Die Tagung möchte anhand fotografischer Zeugnisse das Kultur- und Alltagsleben der Deutschen im östlichen Europa beleuchten und analysieren, welche Bedeutung das Medium Fotografie als Quelle in diesem volkskundlichen Forschungsbereich trägt. Nicht zuletzt sollen auch Methoden und Aspekte der Dokumentation und Archivierung diskutiert werden.

Bitte senden Sie Ihr abstract (max. 1.000 Zeichen) für einen 30-minütigen Vortrag bis zum 19.02.2010 an folgende Adresse:
Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde
c/o Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde
Goethestr. 63
79100 Freiburg i. Brsg.
E-Mail: teresa.volk[at]jki.bwl.de

Die Autorinnen und Autoren der ausgewählten Beiträge werden per E-Mail bis 01.03.2010 benachrichtigt.

Tagung: Wissenschaft im Museum – Ausstellung im Labor (08.-09. April 2010, Universität Tübingen)

Dienstag, 26. Januar 2010

Wissenschaft im Museum – Ausstellung im Labor
Gemeinsame Tagung des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung, Berlin und dem Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen

 08.-09. April 2010, Universität Tübingen

Das Wissenschaftsmuseum wird gemeinhin als ein Ort anerkannt, an dem Geschichte und aktuelle Aspekte der (Natur-)Wissenschaften behandelt und in Dauerpräsentationen und Wechselausstellungen dargeboten werden. Prominente Beispiele sind das Deutsche Museum in München, das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden oder das Science Museum in London. Daneben sind seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Museen aufgebaut worden, die in direktem Zusammenhang mit einem bestimmten, meist durch seine Forschungen bekannten Wissenschaftler stehen wie das Darwin-Museum in Moskau, das Freud Museum in London, das Roentgen-Museum in Remscheid, das Pathologische Museum in Berlin, oder das Phyletische Museum in Jena. Ein genauer Blick auf diese Häuser zeigt, dass es hier feine, aber wichtige Unterschiede gibt: Zum einen handelt es sich um Museen, die in Gedenken an Wissenschaftler eingerichtet wurden und nicht selten ihre Wohn- und Arbeitsräume zum Ausgangspunkt musealer Präsentationen nehmen. Daneben existieren solche Museen, die dezidiert die Arbeiten und Entdeckungen von Wissenschaftlern zum Ausgangspunkt nehmen, gleichzeitig aber auch versuchen ihre Theorien in aktuelle Bezüge zu stellen. Schließlich ist eine dritte Kategorie zu benennen, in der Ausstellungen von Wissenschaftlern selbst aktiv betrieben, begründet und eingerichtet wurden. Diese drei Kategorien sollen vergleichend in den Blick genommen werden.

Wurde in den letzten Jahren vermehrt das Augenmerk darauf gerichtet, welchen zentralen Stellenwert Museen in der geistes-, wie naturwissenschaftlichen Forschungslandschaft besitzen, soll die geplante Tagung die Perspektive verkehren und danach fragen, welche Präsentationspraktiken aus den Museen und Ausstellungen in die Wissenschaftsräume diffundierten. Kurz gesagt: Neben die Forschung im Museum tritt die Ausstellung im Labor. Als prominentes Beispiel kann der Ausstellungsraum Vladimir Bechterevs angesehen werden, der Anfang des 20. Jahrhunderts in seinem psycho-physiologischen Labor in Sankt Petersburg ein ganzes Stockwerk der Ausstellung seiner Apparate und Versuchsaufbauten widmete. Aber auch das Phyletische Museum in Jena entstand in enger Verknüpfung mit den Darstellungspraktiken und Arbeitsweisen des Biologen Ernst Haeckel. In welchem Verhältnis stehen solche Ausstellungsräume zu den an den Universitäten üblichen Lehrmittelsammlungen? Welche gemeinsamen Praktiken wie etwa der Modellbau wurden gepflegt?

Ein Schwerpunkt der Tagung soll auf der Differenz zwischen Arbeitspraxis und Ausstellungspraxis liegen. These ist, dass der Gegenverkehr von Praktiken zwischen Museum und Labor nicht nur auf der Ebene der Repräsentation stattfindet, sondern ebenso auf der Ebene der Wissensproduktion. Das Ausstellen von wissenschaftlichen Objekten ist genauso historischen Wandlungen unterworfen, wie die wissenschaftlichen Objekte selbst. Mehr noch – das Ausstellen von Wissen ist nicht als Repräsentation von diesem Wissen unterscheidbar. Es ist Teil seiner Produktion.

Die Tagung wird die Darstellung, Ausstellung und Musealisierung von wissenschaftlichen Objekten in seiner historischen wie aktuellen Dimension herausarbeiten. Während der erste Schwerpunkt der Tagung die „Ausstellung im Labor“ thematisiert, soll der zweite Schwerpunkt den Auswirkungen einer „longue durée“ der Präsentationspraktiken gewidmet werden, die auch heute noch unseren Wissenschaftsalltag bestimmen. Wieviel Museum steckt in der Wissenschaft?

CFP: Religion, Gedaechtnis und Transformation – Vergangenheit und Vergegenwaertigung in religioesen Erinnerungsprozessen (Göttingen, Deadline: 31.03.2010)

Montag, 25. Januar 2010

cfp: Religion, Gedaechtnis und Transformation – Vergangenheit und Vergegenwaertigung in religioesen Erinnerungsprozessen
Göttingen 17.09.2010-18.09.2010, Universität Göttingen

Deadline: 31.03.2010

Gedächtnis und Erinnerungen sind ein so grundlegender Bestandteil des menschlichen Daseins, dass sie uns zwar in unterschiedlichsten Formen und vielfältigsten Funktionen begegnen, aber leicht als “einfache Gegebenheiten” nicht näher hinterfragt werden. Das Gedächtnis in all seinen Spielarten bildet aber nicht nur ein wichtiges Fundament von Religion(en), sondern ist identitätsbildend und sinnstiftend sowohl für religiöse Gemeinschaften als auch für den einzelnen Menschen. Erst im Rückbezug auf die Vergangenheit lassen sich die gegenwärtige Identität und Gemeinschaft konstruieren.

Mündliches und schriftliches Überliefern von Erinnerungen und umgekehrt Mechanismen des Vergessens führen zu sozialen Traditionen, zu kollektiven und kulturellen Gedächtnissen (Halbwachs, Assmann u.a.).

Heilige Texte und religiöse Spezialisten sind als Überlieferungsträger ebenso zu nennen wie Gedächtnisorte oder z.B. kalendarische Ordnungen der Zeit. In den Prozess des Erinnerns ist immer der gesamte Mensch mit seiner Umgebung eingebunden: Der Mensch benutzt nicht nur sein Gedächtnis, sondern hält Erinnerungen in Büchern, Musik, Kunst, Architektur etc. fest, um abstraktes Wissen oder konkrete Wahrnehmungen zu konservieren. Hierbei ist die Erinnerung aber keine objektive Beobachterin, sondern unterliegt Konstruktions- und Transformationsprozessen. Das Abrufen und Aktualisieren von Gedächtnisinhalten, gleich ob im Ritual oder in individueller Selbstvergewisserung, bedeutet Erneuerung der Erinnerung durch fortwährend neue Interpretation. Kontinuität und Wandel sind gleichermaßen auf die Tradition bezogen.

Auf individueller wie auch auf institutioneller Ebene erzeugt die wahrgenommene Kontinuität der Erinnerung eine relative Stabilität.
Gleichwohl unterliegt auch diese gewisse Stabilität Transformationen, die Flexibilität bedeuten und z.B. Neuorientierungen in der religiösen Biographie des Einzelnen ermöglichen oder notwendig werden lassen. Das persönliche Religionsverständnis kann sich hierdurch wandeln – von minimalen Änderungen bis zu Konversion oder Apostasie. Ebenso können neue oder veränderte Erinnerungen einen Wandel in Ritualpraxis oder Lehre mit sich bringen und sogar zur Spaltung von Glaubensgemeinschaften führen.

Die Tagung widmet sich Fragen im Spannungsfeld zwischen Religion, Gedächtnis und Transformation: Welches transformative Potential haben religiöse Erinnerungen, und welche außerreligiösen Kräfte wirken auf das religiöse Gedächtnis ein? Welche Rolle spielt die Transformation von Erinnerungen in religiösen Biographien, welchen Einfluss hat sie in religiösen Gemeinschaften? Inwiefern unterliegen materielle Gedächtnisträger wie Schriftstücke, Tempelanlagen oder Reliquien transformativen und interpretativen Prozessen (z.B. Umbau von Gebäuden, Glossierung oder Palimpsest bei Schriftträgern)? Wie werden Erinnerungstransformationen aktiv gestaltet oder beeinflusst? Gibt es heute neue Formen der Erinnerungsbildung und -konservierung (z.B. Blogs), die religiöse Gedächtnisbildungsprozesse ergänzen und beeinflussen? Was lässt sich über religiöses Vergessen sagen? Wie beeinflusst das “Gedächtnis” wissenschaftlicher Historiographie rückwirkend die thematisierten religiösen Gemeinschaft und ihre Geschichtsentwürfe?

 Diese Fragestellungen sollen lediglich der Inspiration dienen. Wir freuen uns über Vorschläge, die neue Aspekte einbringen oder die religionswissenschaftliche Sichtweise durch interdisziplinäre Anknüpfungspunkte erweitern.

Die Tagung richtet sich speziell an promovierende oder frisch promovierte NachwuchswissenschaftlerInnen im Bereich der Religionsforschung (Religionswissenschaft, -geschichte und angrenzende Disziplinen). Im Umfeld der Tagung soll es außerdem ein Treffen zur besseren Vernetzung des religionswissenschaftlichen Nachwuchses geben.

Vorschläge für Beiträge (ca. 250 Wörter) und Kurzvita bitte bis zum 31.03.2010 an tagung.goettingen@gmx.de Veranstaltungsort ist das Institut für Religionswissenschaft Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 2.

Für Fragen und weitere Informationen stehen wir jederzeit zur Verfügung.
Arvid Deppe, Jennifer Kunstreich, Melanie Möller, Jonas Richter

cfp: Migrationsprozesse im Grenzraum in Vergangenheit und Gegenwart (Greiz Thüringen, Deadline: 28.02.2010)

Montag, 25. Januar 2010

Technische Universität Chemnitz, Professur Europäische Regionalgeschichte; in Zusammenarbeit mit Dialog mit Böhmen e.V., Greiz (Thüringen)

11.06.2010-13.06.2010, Oberes Schloß

cfp: Migrationsprozesse im Grenzraum in Vergangenheit und Gegenwart (Deadline: 28.02.2010)

Die Migrationsforschung im deutsch-tschechischen (böhmischen) Kontext orientiert sich traditionell auf Themen und Perspektiven, die einerseits mit großen Themen sowie Mythen der nationalgeschichtlichen Diskurse, andererseits mit den so genannten “traumatischen Punkten” der gegenseitigen Beziehungsgeschichte eng zusammenhängen. Wiewohl in diesen Bereichen in den letzten Jahrzehnten eine beachtenswerte Innovation stattgefunden hat, bleibt der nationalgeschichtliche Rahmen oder aber der Kontext der Vergangenheitsbewältigung stets im Vordergrund des Interesses. Die mittelalterliche “Kolonisation”, die religiöse Auswanderung im 16. – 18. Jahrhundert aus Böhmen, die Vertreibung sowie im geringeren Umfang die Arbeitsmigration in der Moderne stellen damit die Dominanten der entsprechenden Forschung.

In diesem Rahmen bleiben andere Formen der Migration sowie die regionalen Aspekte des Themas am Rande des Interesses. Erst in den letzten Jahren wurden etwa Migrationsprozesse ins oder aus dem – bzw. vor allem innerhalb des – Grenzgebiet(s) mit ihren Ursachen, Formen, sozialen und kulturellen Folgen sowie mit Bezug auf das Thema der Handlungsstrategien der Menschen in einigen Fällen stärker unter die Lupe genommen.

Dies dient als Ausgangspunkt der geplanten Tagung, die im Rahmen der “Greizer Kolloquien” zur Kultur und Geschichte der westböhmisch-mitteldeutschen Region stattfinden soll und ähnlich wie andere Tagungen dieser Reihe Themen ansprechen will, die in Bezug auf die Region bisher wenig oder nur begrenzt reflektiert wurden.

Gleichzeitig soll eine überregionale Kontextualisierung des Themas eine wichtige Perspektive darstellen.

In einer langfristigen und vergleichenden Perspektive sollen die regionalen Aspekte von “großen” und “kleinen” Migrationsprozessen vor allem im mitteldeutsch-böhmischen Grenzraum diskutiert werden. Die Aufmerksamkeit soll sich auf die Zeitspanne von der Frühen Neuzeit bis zum 20. Jahrhundert bzw. bis zur Gegenwart erstrecken. Gefragt wird, welche spezifischen Probleme und Folgen die grenzüberschreitende(n)

Migration(en) innerhalb der grenznahen Regionen hatte(n), welche Strategien, Erwartungen und Konsequenzen mit diesen Migrationen verbunden waren, welche Perspektiven und Handlungsräume sich eventuell aus der Nähe zum Herkunftsgebiet ergaben, insbesondere dort, wo es sich um eine erzwungene Migration (Exil, Vertreibung) handelte, bei der die Möglichkeiten einer wenn auch nur kurzen Rückkehr nicht bestanden oder sehr erschwert waren. Zu fragen wäre etwa, welche Implikationen dies für die individuellen und kollektiven Identifikationsprozesse, die gegenseitigen Wahrnehmungen von verschiedenen Gruppen, Prozesse der sozialen und kulturellen Aushandlung bei der Konstituierung teilweise neuer lokaler Gesellschaften etc. hatte.

Großer Wert wird einerseits auf eine langfristige Perspektive, andererseits auf kultur- und sozialhistorische bzw. historisch-anthropologische Herangehensweisen sowie die regionale- und Grenzperspektive gelegt. Das Thema der Vertreibung soll in den oben genannten Zusammenhängen nur eine (wenn auch wichtige) der berücksichtigten Perspektiven darstellen. In diesem Sinne soll es sich um eine wissenschaftliche Fachtagung und ein Seminar für alle Interessierten handeln, nicht vordergründig um eine Veranstaltung zur Verständigung und Vergangenheitsbewältigung, die eher als ein immanenter Aspekt der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Thema vorausgesetzt werden.

Geplant sind Referate von ca. 25 Minuten Dauer, an die sich eine ca. 20minütige Diskussion anschließen soll.

Die Tagung wird vorbereitet durch die Technische Universität Chemnitz, Professur für Europäische Regionalgeschichte, in Zusammenarbeit mit Dialog mit Böhmen e. V mit Sitz in Greiz. Tagungsort ist das Obere Schloß in Greiz (Thüringen), Tagungssprache ist Deutsch, bei Bedarf auch Tschechisch (mit Übersetzung).

Interessierte werden herzlich eingeladen, Ihre Referatsvorschläge mit kurzer Präzisierung (bis 1 Seite) bis zum 28.02.2010 an folgende Adresse zu senden:
Technische Universität Chemnitz
Institut für Europäische Geschichte
Europäische Regionalgeschichte
09107 Chemnitz

 oder per mail an milos.reznik@phil.tu-chemnitz.de bzw. katja.rosenbaum@phil.tu-chemnitz.de

 Weitere Auskünfte erhalten Sie ebenfalls unter den o.g. Mail-Adressen.

Tagung: Störungen, Hamburg, 12./13. Februar 2010

Dienstag, 19. Januar 2010

Störungen

Tagung der Isa Lohmann-Siems Stiftung
12. und 13. Februar 2010

Leitung: Julia Fleischhack/Kathrin Rottmann

Ort: Warburg-Haus, Heilwegstr. 116, 20249 Hamburg

›Störungen‹ provozieren Spannungen und Brüche, Konfusionen und Irritationen, aber auch Erkenntnisse. Sie verändern Gewohnheiten und Ordnungen ebenso, wie sie Erfahrungen und Wahrnehmungen formieren.

Als zentrale Elemente von Kultur stehen ›Störungen‹ im diesjährigen Forschungsprojekt der Isa Lohmann-Siems Stiftung im Zentrum der Betrachtung und sollen in ihren Konfigurationen und Symptomen – Defekte, Fehlerhaftigkeiten, Mängel, Unzulänglichkeiten, Verstöße, Überlagerungen – empirisch und theoretisch untersucht werden. Damit werden Störungsphänomene in (gesellschaftlichen) Ordnungen, Verfahren, Beziehungen und Handlungen, in Materialien, Medien ebenso wie in Maschinen und Organismen in den Blick genommen.

Ausgehend von Befunden und Vorstellungen, Diskursen und Theorien von ›Störungen‹ sollen folgende Fragestellungen im Vordergrund stehen:

  • Welche Strategien zur Erforschung und Vermeidung von Störungen und welche Umgangsformen mit Störungen gibt es? Wie lassen sich mit
  • Störungen methodische Zugänge schaffen? Wie lassen sich historische
  • mediale und materiale Erscheinungsformen von Störungen beschreiben?
  • Welche Funktionen kommen Störungen im wissenschaftlichen
  • Erkenntnisprozess zu?

 

Programm

Freitag, 12. Februar 2010

 13.30 Uhr Begrüßung

 14.00 Uhr Cornelius Borck, Lübeck: Fast Nichts

 14.45 Uhr Sabine Kienitz, Hamburg: Re-Konstruktionen. Der Erste Weltkrieg und die Krise des Körpers

 15.30 Uhr Kaffee

16.00 Uhr Elísio Macamo, Basel: Afrika stört: über den Zusammenhang von Norm und Wirklichkeit in den Sozialwissenschaften

 16.45 Uhr Julia Fleischhack, Hamburg: Anzeichen einer Störung. Kulturwissenschaftliche Überlegungen zu frühen Verdatungsprozessen und ihren Effekten

 17.30 Uhr Kaffee

 18.00 Uhr Martin Scharfe, Marburg an der Lahn: Nachtwege. Störungen zielgerichteter Mobilität in der Alltagskultur der Vormoderne

 Anschließend Wein & Brezel

Samstag, 13. Februar 2010

 9.30 Uhr Kathrin Rottmann, Hamburg: Urbaner Bodensatz. Fotografien von Schmutz und Dreck

 10.15 Uhr Birgit Schneider, Potsdam: Interferenzen technischer Bilder. Testbilder als Fall von Störung und Ästhetik

 11.00 Uhr Kaffee

 11.30 Uhr Saskia Frank, Braunschweig/Marburg an der Lahn: Ikonographie des Schreckens. Zur Medialisierung technischer Katastrophen

 12.15 Uhr Eva Horn, Wien: Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen. Globale Katastrophen im Film

 13.00 Uhr Buffet

 14.00 Uhr Christian Kassung, Berlin: Die Störung ist die Botschaft. Synchronisationstechniken zwischen Kakophonie und Kryptographie

 14.45 Uhr Ausklang mit Kaffee

Wenn Sie an der Tagung teilnehmen möchten, bitten wir um Anmeldung über die Homepage der Isa Lohmann-Siems Stiftung: http://www.isa-lohmann-siems-stiftung.de/tagungen/index.html

 Fragen beantwortet gern:
Julia Fleischhack M.A.
Email: julia.fleischhack@uni-hamburg.de
Universität Hamburg Fakultät für Geisteswissenschaften Dept.
Kulturgeschichte und Kulturkunde Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie
Edmund-Siemers-Allee 1 (West), Raum 212 D-20146 Hamburg
Tel: (+49-40) 428 38-7248 Fax: (+49-40) 428 38-6346

cfp: Gelenkte ‘Auto-Mobilitaet’ (Wien, Deadline: 31.03.2010)

Dienstag, 19. Januar 2010

Technisches Museum Wien, Wien

cfp: Gelenkte ‘Auto-Mobilitaet’. Zum Verhaeltnis von Mobilitaet und Politik in Oesterreich und dem Deutschen Reich, 1933-1945 -

21.10.2010-23.10.2010
Technisches Museum Wien, Mariahilfer Straße 212, A-1140 Wien

Deadline: 31.03.2010

Das Technische Museum Wien führt in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und dem Deutschen Museum in München im Rahmen des vom österreichischen BM für Wissenschaft u. Forschung initiierten Förderprogramms forMuse ein Forschungsprojekt unter dem Titel “Entzug und Restitution von Kraftfahrzeugen und die sozio-ökonomischen Folgen.

Aspekte zur Verkehrsgeschichte Österreichs 1930-1955″ durch (siehe www.formuse.at). Im Fokus dieses Forschungsvorhabens steht der Entzug von Kraftfahrzeugen durch das NS-Regime sowie deren Restitution nach

1945 vor dem Hintergrund der beginnenden Motorisierung und sich durchsetzenden Massenmobilität. Angeregt durch die in Österreich mittlerweile gut verankerte Provenienzforschung an Museen, ist es zugleich Intention dieses Projekts, den bislang vor allem auf Kunstgegenstände bezogenen Blick der Provenienzforschung auf technische Objekte auszudehnen und diesen durch die soziokulturelle Kontextualisierung einen neuen Stellenwert zu geben.

 Im Zuge des Projekts wird im Oktober 2010 am Technischen Museum in Wien ein interdisziplinär ausgerichteter Workshop stattfinden, in dem WissenschaftlerInnen verschiedener Fachrichtungen die Möglichkeit gegeben wird, neue Forschungsansätze zum Themenbereich Mobilitäts- und Verkehrsgeschichte zu präsentieren. Die 1930er bis 1950er Jahre umfassen den Übergang von der kollektiven Massen-Mobilität zur individuellen Auto-Mobilität. Dieser Prozess vollzieht sich vor dem Hintergrund verschiedener politischer Systeme, die Mobilität nicht nur unterschiedlich zu steuern, sondern auch als Mittel der Herrschaftsdurchdringung zu benutzen suchten. Erwünscht sind auch Beiträge, die die Transformation von Mobilität in den vom Deutschen Reich besetzten und annektierten Gebieten Polens, der Tschechoslowakei, Frankreichs und Jugoslawiens untersuchen.

 Mögliche Themenbereiche der Paper sind:

- Bedeutung von individueller und kollektiver Mobilität für Nationalsozialismus und Austrofaschismus am Beispiel der Kraftfahrklubs, der Kraftfahrzeugindustrie, des Straßen- und Autobahnbaus, etc.

- Reglementierung, Kontrolle und Einschränkung von Mobilität sowie Verkehrspolitik als Mittel zur Herrschaftsdurchdringung diktatorischer/autoritärer Regime

- Dimension und Vorgang des Entzugs von Kraftfahrzeugen auf Grund politischer und/oder rassischer Verfolgung während des Nationalsozialismus

- Meilensteine und Wendepunkte der Motorisierung Österreichs und des Dritten Reiches im Vergleich

- Das Motorrad als Sonderfall der Massenmotorisierung

- Individuelle und kollektive Mobilität im Kontext von Krieg und Kriegsvorbereitung

- Kraftfahrzeuge als Museums- und Sammlungsobjekte in privaten Sammlungen und Museen

- Aura und gesellschaftlicher Kontext historischer Kraftfahrzeuge

Deadline für die Zusendung von Abstracts (ca. 1 Seite und kurzer CV) ist der 31.3.2010. Bitte senden Sie die Unterlagen per Email an: christian.kloesch@tmw.at 

Die Benachrichtigung der ausgewählten ReferentInnen erfolgt bis zum 30.4.2010. Die Konferenzsprache ist deutsch. ReferentInnen mit nicht-deutscher Muttersprache sind eingeladen, ihre Beiträge auf Englisch einzureichen. Reisekosten (Fahrt und Unterbringung) werden vom Veranstalter übernommen. Eine Publikation der Beträge ist geplant.

Universität Innsbruck: Universitätsassistent/-in (Bewerbungsfrist: 28.1.2010)

Montag, 11. Januar 2010

Wir suchen ab 01.03.2010 bis 28.02.2014 eine/einen

UniversitätsassistentIn – Postdoc Chiffre PHIL-HIST-5872 Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck

Hauptaufgaben:
Selbstständige Forschung
Forschungsorientierte Lehre (4 SWS)
Betreuung der Studierenden
Verwaltungsaufgaben
Mitbetreuung von AbsolventInnen

Erforderliche Qualifikation:
Einschlägige, qualifizierte Promotion in Kulturanthropologie, Volkskunde, Europäische Ethnologie oder Empirische Kulturwissenschaft Mehrjährige Lehrerfahrung und didaktische Fähigkeiten Inhaltliche Ausrichtung im Bereich “regionale Kulturanalyse”

Erfahrung (methodisch und didaktisch) in historischer wie gegenwartsbezogener Kulturforschung Erfahrung in Konzeption und Administration modularisierter Studiengänge Gute Englisch-, Französisch- oder Italienischkenntnisse

Bewerbung unter:
Wir freuen uns auf Ihre schriftliche Bewerbung bis *28.01.2010* bitte *unbedingt* unter Angabe der *Chiffre PHIL-HIST-5872* am Briefumschlag:
Universität Innsbruck
Posteinlaufstelle der Zentralen Dienste
Innrain 52
A-6020 Innsbruck