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Archiv für Februar 2010

Wissenschaft im Museum – Ausstellung im Labor (Tübingen

Dienstag, 23. Februar 2010

Anke te Heesen, Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Eberhard-Karls-Universität Tübingen; Margarete Vöhrunger, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin, Tübingen 08.04.2010-09.04.2010, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Schloss Hohentübingen, Fürstenzimmer

 Das Wissenschaftsmuseum wird gemeinhin als ein Ort anerkannt, an dem Geschichte und aktuelle Aspekte der (Natur-) Wissenschaften behandelt und in Dauerpräsentationen und Wechselausstellungen dargeboten werden.

Prominente Beispiele sind das Deutsche Museum in München, das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden oder das Science Museum in London. Daneben sind seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Museen aufgebaut worden, die in direktem Zusammenhang mit einem bestimmten, meist durch seine Forschungen bekannten Wissenschaftler stehen wie das Darwin Museum in Moskau, das Freud Museum in London, das Roentgen-Museum in Remscheid, das Pathologische Museum in Berlin oder das Phyletische Museum in Jena.

Ein genauer Blick auf diese Häuser zeigt, dass es hier feine, aber wichtige Unterschiede gibt: Zum einen handelt es sich um Museen, die in Gedenken an Wissenschaftler eingerichtet wurden und nicht selten ihre

Wohn- und Arbeitsräume zum Ausgangspunkt musealer Präsentationen nehmen.

Daneben existieren solche Museen, die dezidiert die Arbeiten und Entdeckungen von Wissenschaftlern zum Ausgangspunkt nehmen, gleichzeitig aber auch versuchen, ihre Theorien in aktuelle Bezüge zu stellen.

Schließlich ist eine dritte Kategorie zu benennen, in der Ausstellungen von Wissenschaftlern selbst aktiv betrieben, begründet und eingerichtet wurden. Diese drei Kategorien sollen vergleichend in den Blick genommen werden.

Wurde in den letzten Jahren vermehrt das Augenmerk darauf gerichtet, welchen zentralen Stellenwert Museen in der geistes- wie naturwissenschaftlichen Forschungslandschaft besitzen, soll die geplante Tagung die Perspektive verkehren und danach fragen, welche Präsentationspraktiken aus den Museen und Ausstellungen in die Wissenschaftsräume diffundierten. Kurz gesagt: Neben die Forschung im Museum tritt die Ausstellung im Labor. Als prominentes Beispiel kann der Ausstellungsraum Vladimir Bechterevs angesehen werden, der Anfang des 20. Jahrhunderts in seinem psycho-physiologischen Labor in Sankt Petersburg ein ganzes Stockwerk der Ausstellung seiner Apparate und Versuchsaufbauten widmete. Aber auch das Phyletische Museum in Jena entstand in enger Verknüpfung mit den Darstellungspraktiken und Arbeitsweisen des Biologen Ernst Haeckel. In welchem Verhältnis stehen solche Ausstellungsräume zu den an den Universitäten üblichen Lehrmittelsammlungen? Welche gemeinsamen Praktiken wie etwa der Modellbau wurden gepflegt?

Ein Schwerpunkt der Tagung soll auf der Differenz zwischen Arbeitspraxis und Ausstellungspraxis liegen. These ist, dass der Gegenverkehr von Praktiken zwischen Museum und Labor nicht nur auf der Ebene der Repräsentation stattfindet, sondern ebenso auf der Ebene der Wissensproduktion. Das Ausstellen von wissenschaftlichen Objekten ist genauso historischen Wandlungen unterworfen wie die wissenschaftlichen Objekte selbst. Mehr noch – das Ausstellen von Wissen ist nicht als Repräsentation von diesem Wissen unterscheidbar. Es ist Teil seiner Produktion.

Die Tagung wird die Darstellung, Ausstellung und Musealisierung von wissenschaftlichen Objekten in historischen wie aktuellen Dimensionen herausarbeiten. Während der erste Schwerpunkt der Tagung die “Ausstellung im Labor” thematisiert, soll der zweite Schwerpunkt den Auswirkungen einer “longue durée” der Präsentationspraktiken gewidmet werden, die auch heute noch unseren Wissenschaftsalltag bestimmen. Wie viel Museum steckt in der Wissenschaft?

Konzeption und Organisation

Anke te Heesen (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Eberhard-Karls-Universität Tübingen) Margarete Vöhrunger (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin)

 Anmeldungen werden erbeten (siehe Kontakt)

Programm

Donnerstag, 8. April 2010
13:30 Uhr Stefanie Gropper (Prorektorin der Universität Tübingen) Begrüßung
Anke te Heesen (Universität Tübingen), Margarete Vöhringer (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin) Einführung

14:00 Uhr Annegret Pelz (Universität Wien) Schreibtisch im Museum. Arbeitsgerät, Sammlungsraum, exemplarisches Objekt

15:00 Uhr Thomas Schnalke (Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité) Die Dynamisierung des Sehens. Rudolf Virchow und die Idee eines plastischen Körpermuseums

16:00 Uhr Kaffeepause

16:30 Uhr Lena Christolova (Universität Konstanz) Das Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum von Otto Neurath und das Mundaneum von Paul Otlet als Vorläufer der Idee der globalen Wissensvernetzung

17:30 Uhr Alexandre Métraux (Otto-Selz-Institut Mannheim) Das Labor im Kopf und das Experiment im Ausstellungsraum

 19:30 Uhr Tony Bennett (University of Western Sydney) Laboratories of Difference: Museums, Anthropology, Colonialism

Freitag, 9. April 2010

9:00 Uhr Christian Vogel (Universität Tübingen) Zwischen Labor und Klinik. Im Museum des Röntgenhauses Hamburg 1914/15

 10:00 Uhr Alena Williams (Columbia University New York) “Lernen und Lehren” at the AEG

 11:00 Uhr Kaffeepause

 11:30 Uhr Philipp Aumann (Museum der Universität Tübingen) Das Objekt – das Institut – das Museum Das Verhältnis von Forschung und Museum in der praktischen Arbeit

 12:30 Uhr Mittagspause

 14:00 Uhr Martha Fleming (Natural History Museum London), Susanne Bauer (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin) Displaying Observational Practice: Split + Splice as a mirror structure between laboratory and museum

 15:00 Uhr Kaffeepause

 15:30 Uhr Martina Dlugaiczyk (RWTH Aachen) ‘Architektur im Labor’ – Lehrmittelsammlungen an Architekturfakultäten Technischer Hochschulen

 16:30 Uhr Ulrike Vedder (Humboldt-Universität zu Berlin, vormals Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin) Aus der Nacht des Museums: Tod und Wissen

 17:30 Uhr Abschlussdiskussion

Wissensch. Mitarbeiter/in mit 1/2-Teilzeitbeschäftigung (Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin (Deatline: 5.3.2010)

Dienstag, 23. Februar 2010

 Am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende Stelle zu besetzen:

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in mit 1/2-Teilzeitbeschäftigung

befristet für 3 Jahre (Verlängerung für 2 Jahre ggf. möglich) – Vgr. IIa – BAT-O nach AnwTV HU

Aufgabengebiet: Wissenschaftliche Dienstleistungen in Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Europäischen Ethnologie; Beratende Aufgaben im Wissenschaftsmanagement, insbesondere im Bereich der Drittmittelakquise und des Projektmanagements; Aufgaben zur Vorbereitung einer Promotion oder zur Erbringung zusätzlicher wissenschaftlicher Leistungen.

Anforderungen: Abgeschlossenes Hochschulstudium in Europäischer Ethnologie oder verwandten Fächern, ggf. Promotion im entsprechenden Fächerspektrum; Erfahrungen und gute Kenntnisse in der Drittmittelakquise; Forschungserfahrungen und -interesse in den Bereichen Europäisierung und/oder Migration sind erwünscht.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (bitte keine Publikationen) sind bis zum 5.3.2010 unter Angabe der Kennziffer AN/016/10 an die Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I, Institut für Europäische Ethnologie, Prof. Dr. Römhild, Unter den Linden 6, 10099 Berlin zu richten.

Zur Sicherung der Gleichstellung sind Bewerbungen qualifizierter Frauen besonders willkommen. Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung bevorzugt. Da keine Rücksendung von Unterlagen erfolgt, bitten wir mit der Bewerbung ausschließlich Kopien vorzulegen.

Tagung: Die Eroberung der beobachtenden Maschinen. Arbeitstagung des DFG-Projekts “Das Auge des Arbeiters” – Dresden Dresden 16.04.2010-17.04.2010

Dienstag, 23. Februar 2010

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.; Deutsche Fotothek, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Dresden 16.04.2010-17.04.2010, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Vortragssaal

Seit Februar 2009 forscht eine Arbeitsgruppe am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) in Dresden im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts “Das Auge des Arbeiters. Untersuchungen zur proletarischen Amateurfotografie der Weimarer Republik am Beispiel Sachsens”. Nach Abschluss des ersten Jahres sollen in einer Arbeitstagung bisherige Ergebnisse zur Diskussion gestellt werden.

 Die Perspektivverlagerung der Geschichtswissenschaft von der Parteien- zur Alltagsgeschichte der Arbeiterbewegung, die Entwicklung aktueller Praxen von Medienamateuren im Internet und die Zuwendung der Volkskunde zur Fotografie haben neue Fragen und neue Aufmerksamkeiten für zwei miteinander verbundene Modernisierungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit sich gebracht: die Entwicklung der Amateurfotografenbewegung im proletarischen Milieu als eigensinnige Produktion und die zunehmend bildbewusste Propaganda der Arbeiterparteien. Diese Kulturen mittels sozialgeschichtlicher, fotohistorischer und volkskundlicher Zugangsweisen zu beschreiben, ist zentrales Anliegen der Projektarbeit.

 Im Zusammenhang des DFG-Projekts wurden zwei wesentliche Bestände in öffentlichem Besitz erschlossen und solche aus Privatbesitz zugänglich.

Gerade angesichts der asymmetrischen Überlieferung einer überwiegend mündlichen Kultur stellen diese Sammlungen eine einzigartige Quelle zum Selbstbild sozialer Unterschichten der Weimarer Republik dar. Ihre Erforschung zielt zugleich auf das Verstehen popularer Medienpraxis zwischen privatem Knipsen und größtmöglicher Publizität. Dabei wird der mikroskopische Blick auf die Rekonstruktion von Milieus und Bildbedeutungen erweitert um erstmalige Recherchen zur Thematik in Moskauer Archiven, mit Überlegungen zur Rezeption in der Nachkriegszeit verbunden sowie mit dem aktuellen Stand und den Perspektiven volkskundlicher Arbeitskulturenforschung ins Verhältnis gesetzt.

Programm

 Freitag, 16. April 2010 

13.00                    Eröffnung und Einführung

13.30 – 14.15     Bernd Jürgen Warneken: Nicht erledigt. Fünf Thesen zur volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Arbeiterforschung.
Der Mauerfall brachte auch einen tiefen Fall der deutschen Arbeiterkulturforschung. Und dies interessanterweise nicht nur in Ost-, sondern auch in Westdeutschland. Die kurze Karriere dieses Forschungszweigs erwies sich als eng mit der politisch-ökonomischen Systemkonkurrenz verbunden. Sie brachte aber auch einen ostwestlichen Ideenaustausch, der beiderseits seine subversiven Komponenten hatte.
Wurden in dieser Zeit Instrumente entwickelt und Ergebnisse geliefert, an denen eine aktualisierte Arbeiterforschung heute anknüpfen kann? Und darf man die heutige kulturwissenschaftliche Migranten- oder Prekariatsforschung als zeitgemäße Fortsetzung der früheren Arbeiterkulturforschung betrachten? Oder muss man sagen: “Etwas fehlt”?

 14.15 – 15.00 Wolfgang Hesse: “Der Unterricht muß auch auf der Straße erteilt werden.” Stadtraum – Bildraum – Schriftraum.
 In den Aufnahmen der proletarischen Fotoamateure erscheint die Stadt als belebter Raum. Sie ist nahezu synonym mit der “Straße” als Lebensort, die zugleich metaphorisch für das politische Aufbegehren der Unterschichten steht. In diesem physischen und symbolischen Terrain bewegen sich alle Beteiligten auch medial. Im Fokus der Aufmerksamkeit des Vortrags steht der Eigensinn derjenigen, die sich den Standards der (bürgerlichen) Pressefotografie verweigerten. Diskutiert wird insbesondere, welche Qualitäten den Fotografien und deren betexteten Reproduktionen in Zeitschriften und Zeitungen als mentalitätsgeschichtlichen Quellen zukommen. Und nicht zuletzt macht ihre Analyse als Dokumente und zugleich als Indikatoren für die Medienkompetenz sowohl ihrer Hersteller wie ihrer Betrachter die Wirkung der Fotomontagen John Heartfields plausibel.

 15.00 – 15.30     Pause

 15.30 – 16.15     Ursula Schlude: “Es wäre uns peinlich, schlechte Fotos nach Deutschland zu schicken.” Die Austauschbeziehungen zwischen deutschen und sowjetischen Arbeiterfotografen 1926 bis 1933.
Der historisierende Blick auf die kurze Zeitspanne von 1926 bis 1933, während der deutsche Arbeiterfotografen ihren sowjetischen Kollegen begegnet sind – medial vermittelt oder besuchsweise -, und es zum inspirierenden Austausch kommen konnte, ist trotz zeitlicher Nähe nicht wirklich scharf zu stellen. Zu marginal scheint der Vorgang gewesen oder nach 1933 nicht mehr rekonstruierbar zu sein, wenn man von den Rückblicken absieht, die einige wenige Fotoamateure dieser Generation in Publikationen der DDR zu Papier brachten. Es bleiben als Fundorte der Überlieferung die Zeitschriften – in Deutschland “Der Arbeiter-Fotograf”, in der Sowjetunion “Sovetskoe Foto” bzw. “Proletarskoe Foto” – sowie die fragmentarische Dokumentation in Russland. Ergebnisse von Recherchen in Moskauer Archiven und Bibliotheken werden vorgestellt und auf bisherige Erkenntnisse über die kommunistische Fotoamateurbewegung bezogen, ihren Fixpunkten und Konjunkturen der ästhetisch-politischen Programmatik sowie den sowjetisch-deutschen Asymmetrien, wie sie etwa in den gegenseitig inspirierten Fotoreportagen über eine typische Arbeiterfamilie – in Moskau und Berlin 1931 – zum Ausdruck kamen.

 16.15 – 17.00     Carsten Voigt: “Das Illustrierte Volksecho”. Eine Wochenzeitung der KPD Sachsens.
Obwohl sich der KPD-Bezirk Sachsen in großen finanziellen Schwierigkeiten befand, unternahm er 1931 den Versuch, eine illustrierte Wochenzeitung zu gründen – ein gewagtes Projekt mitten in der Wirtschaftskrise. Dennoch gelang es unter großen Anstrengungen, die Zeitung zu etablieren. Für die sächsischen Arbeiterfotografen bot sich dadurch eine neue Veröffentlichungsmöglichkeit an. In welchem Umfang tatsächlich Arbeiterfotografen am Illustrierten Volksecho mitwirkten, ob sie ihre selbst gestellten Ziele in der Zeitung verwirklichen konnten, was für Bilder zur Veröffentlichung gelangten und wie diese in Beziehung zum Text standen, will der Vortrag behandeln. Dazu soll eine kurze Inhaltsanalyse vorgenommen und näher untersucht werden, wie sich das Illustrierte Volksecho von der Arbeiter Illustrierten-Zeitung, aber auch von den kommunistischen Tageszeitungen in Sachsen unterschied.

 17.00 – 17.30  Pause

 17.30 – 18.30                 Wilhelm Körner: “Wir sind das Auge unserer Klasse”, Köln 1980. Regie: Wilhelm Körner, Kamera: Jörg Bookmeyer, Ton: Anke Apelt, 16 mm, 45 min., Farbe.
Der Film entstand im Rahmen einer Sendereihe des Westdeutschen Rundfunks (Redaktion Kultur und Politik/Medienkritik, Ludwig Metzger) zur Kultur der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik. Er lässt einige der Protagonisten der Arbeiterfotografen-Bewegung berichten, vor allem Erich Rinka, den Reichssekretär der Vereinigung der Arbeiter-Fotografen Deutschlands. Erzählt wird aus der Perspektive der Mitte der 1970er Jahre in der Bundesrepublik aufkommenden linken, gewerkschaftlich orientierten Fotografenbewegung, die sich dann auch “Arbeiterfotografen” nannten: Ein junger Fernmeldetechniker, Mitglied der Essener Gruppe, entschließt sich nach einer Begegnung mit Theo Gaudig, einem ehemaligen Dreher bei Krupp und Arbeiterfotograf, Erich Rinka in Ostberlin zu besuchen, um mehr über die Arbeitsweisen und Zielsetzungen, die Gestaltungsfragen und ästhetischen Diskussionen der Arbeiterfotografen der Weimarer Republik zu erfahren.

 18.30 – 19.30     Peter Badel: Arbeiterfotograf. Potsdam 1979. Regie: Peter Badel, Kamera: Prashant Chandar Bajpai, 35 mm, 29 min., Farbe.
1979 konnte Peter Badel im Rahmen seines Studiums einen Dokumentarfilm über Ernst Thormann drehen, der als Reichsbildwart der Vereinigung der Arbeiter-Fotografen Deutschlands aktiv gewesen war: Thormann war verbittert, weil die Arbeiterfotografie in der DDR zu Propagandazwecken stilisiert und nicht etwa zur Popularisierung von Konflikten genutzt wurde. Das Propagandistische war ihm nicht fremd, aber eigentlich war er eher ein stiller Beobachter und eben auch ein leiser Fotograf – in erster Linie vom Leben auf der Straße, von Zigeunern und dem Leben im Berliner Scheunenviertel. Wenn man den Film “Arbeiterfotograf” heute sieht, dann hat er viel mit der Utopie von Kommunismus oder Sozialismus zu tun, der Film ist aber in keiner Weise irgendwelchen DDR-politischen Zwängen angepasst gewesen: Er war kein Auftragsfilm und wurde auch nicht redaktionell beaufsichtigt, sondern komplett innerhalb der Kameraabteilung der HFF organisiert und realisiert; später zeigten ihn die Leipziger Dokwoche und das DDR-Fernsehen. Aus dieser Dokumentation ist eine jahrelange enge Bindung entstanden und 1984 hat Peter Badel den fotografischen Nachlass des Ehepaars Thormann übertragen bekommen.

Samstag, 17. April 2010

 9.00 – 9.45         Joachim Schindler: “…die Nützlichkeit wirklich guter Landschaften…”. Zur Arbeit der Fotosektionen bei den sächsischen Naturfreunde-Ortsgruppen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Am 8. Juli 1909 wurde in Dresden die erste sächsische Ortsgruppe des Touristenvereins “Die Naturfreunde” (TVDN) gebildet. Von Beginn an verstanden sich die Naturfreunde als internationale proletarische Kultur-, Bildungs- und Touristen-Organisation. In den fünf Jahren bis zum Ersten Weltkrieg wurden in der Dresdner Ortsgruppe 14 “Vorträge mit Lichtbildern” veranstaltet, und zur Förderung der Bildungsarbeit konstituierte sich bereits 1911 die Fotosektion. Zum Ende des Jahres 1922 bestanden in vier größeren sächsischen Ortsgruppen Abteilungen bzw. Fachgruppen für Fotografie. Der Vortrag rekonstruiert deren Arbeit und stellt dabei auch die politischen Auseinandersetzungen bis hin zu Spaltungen innerhalb der Organisation zu Ende der Weimarer Republik dar. Mit der Besetzung des Dresdner Volkshauses im März 1933 und dem Verbot bzw. der Auflösung des TVDN endete dieses Kapitel organisierter Naturfreunde-Fotoarbeit.

9.45 – 10.30       Jens Bove, Sylvia Ziegner: Beruf: Arbeiterfotograf. Zum Werk und zur Rezeption von Richard Peter sen. (1895-1977).
Die Arbeiterfotografie der Weimarer Republik wird gemeinhin als Produkt politisch und sozial engagierter Amateure definiert, die aus der Perspektive des Arbeiters agieren. Neben zahlreichen, heute meist unbekannten Laien gehörten zu deren exponiertesten Vertretern aber auch Berufsfotografen wie Richard Peter, der seit etwa Mitte der 1920er Jahre – wenigstens streckenweise – hauptberuflich als Fotograf und Bildjournalist gearbeitet hat, später durch auflagenstarke Bildbände wie “Dresden – eine Kamera klagt an” (1950) Erfolge verbuchen konnte, und schließlich im Zuge der Aufwertung der Fotografie in den siebziger Jahren Eingang in den Kanon des “Nationalen Kulturerbes der DDR” gefunden hat. Zu untersuchen ist einerseits, ob oder inwieweit eine professionelle Herangehensweise die Arbeitspraxis und Bildästhetik seiner Vorkriegsaufnahmen kennzeichnet, und andererseits, welche Rolle sein Status als Arbeiterfotograf, also als Protagonist eines in den 1950er und 60er Jahren überwiegend als abgeschlossen betrachteten Kapitels, für seine späteren Arbeiten, sein Selbstverständnis und für seine politisch-offizielle Würdigung wie für seine Rezeption gespielt hat.

 10.30 – 11.15     Pause

 11.15 – 12.00     Jörg Boström: Schatten im Licht. Kunst und Politik in der Fotografie von Walter Ballhause. 
In Plauen im Vogtland – Walter Ballhause Archiv – werden die Negative des Arbeiterfotografen Walter Ballhause aufbewahrt, die um 1930 in Hannover entstanden sind, dazu Bilder und Negative aus seiner Arbeit 1954 bis 1990. Man erkennt Ballhauses Interesse an der Grafik seiner Zeit wieder. Aber er setzt nicht bestehende Kunst um in Fotografie, sondern schafft neue Bilder sozialer Wirklichkeit. Er setzt die Menschen ins Licht. Die Arbeitslosen, die “Überflüssigen Menschen”, wie ein Buch von ihm betitelt ist. Sie werfen schwere, lange Schatten. Nach dem Kriege in Plauen, DDR: Die politischen Verhältnisse sind verändert und mit ihnen sein Bildstil. Arbeiterporträts entstehen in offenem Blickkontakt. Ernste, nachdenkliche Menschen, an welchen der Schrecken des Krieges und der Gefangenschaft noch in Spuren auf den Gesichtern und in der Körperhaltung erkennbar ist. Walter Ballhause formt auch hier gesellschaftliche Entwicklungen zu Bildern. Für den erwarteten Aufbauoptimismus der 50er Jahre in der DDR fehlt ihm der Wille zur Illusion. Er bleibt Realist.

 12.00 – 12.45     Sylvia Metz: Geschichts-Bilder. Zum Fotografiebestand des Museums für die Geschichte der Arbeiterbewegung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.
Der fotografische Bestand des Leipziger Museums für die Geschichte der Arbeiterbewegung wurde zwischen 1954 und 1986 gebildet. Er ist heute in der Fotothek im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig eingelagert und umfasst etwa 14.000 Aufnahmen. Nach intensiver Sichtung, thematischer Sortierung und Eingrenzung in den Zeitraum von 1918 bis 1938 erwiesen sich etwa 1.800 Objekte für das Projekt “Das Auge des Arbeiters” als unmittelbar von Belang. Diese Aufnahmen wurden inhaltlich erschlossen, digitalisiert und in die Datenbank des Museums eingearbeitet. Es soll ein Überblick darüber gegeben werden, was von wem und wie fotografiert sowie welche Fotografien dann 25 Jahre später gesammelt und nach welchen Kriterien archiviert wurden.

 12.45 – 13.30     Schlussdiskussion
 Diskutant: Timm Starl

 14.30 – 15.30     Jens Bove: Führung durch die Deutsche Fotothek
Die Deutsche Fotothek gehört mit ihren über 3 Millionen Aufnahmen zu den großen Bildarchiven. Traditionelle Sammelschwerpunkte sind Kunst und Architektur sowie die Regionalgeschichte Sachsens. Anfang der 1980er Jahre wurde dieses Profil um die Schwerpunkte Technik- und Musikgeschichte erweitert, außerdem um sozialdokumentarische und Pressefotografie. In den vergangenen Jahren sind umfangreiche Bestandsgruppen konservatorisch behandelt, digitalisiert und in der Datenbank verfügbar gemacht worden, darunter in Kooperation mit dem ISGV die 1982/83 erworbenen Nachlässe von Arbeiterfotografen, die unter http://arbeiterfotografie.deutschefotothek.de frei zugänglich sind.

cfp: 1. Wuppertaler Graduiertenforum Narratologie: “Erzählte Authentizität – Authentizität des Erzählens”, 15. bis 17. Juli (Deadline: 31.03.2010)

Dienstag, 23. Februar 2010

Zentrum für Erzählforschung (ZEF) und Zentrum für Graduiertenstudien (ZGS) der Bergischen Universität Wuppertal, Wuppertal 15.07.2010-17.07.2010, Bergische Universität Wuppertal

Deadline: 31.03.2010

Call for Papers
1. Wuppertaler Graduiertenforum Narratologie: “Erzählte Authentizität – Authentizität des Erzählens”
15. bis 17. Juli, Bergische Universität Wuppertal

 Interdisziplinäre Graduiertentagung am Zentrum für Erzählforschung (ZEF) und Zentrum für Graduiertenstudien (ZGS) der Bergischen Universität Wuppertal.

Authentizität ist ein bedeutender Aspekt fiktionaler wie faktualer Erzählungen. Gegenwärtig wird gar eine “Konjunktur des Authentischen” konstatiert und der Erfolg vieler (Sach-)Bücher mit einer “Poetik des Authentischen” erklärt (Ursula März, Süddeutsche Zeitung vom 29.01.2010). Authentizität entscheidet über die Glaubwürdigkeit von narrativen Texten – egal in welcher medialen Manifestation – der Theologie wie der Literatur, der Geschichtsschreibung wie des Journalismus, der Ethnologie wie der Psychologie, sie prägt die Zeugenaussage vor Gericht wie das Anamnesegespräch beim Arzt. Sie führt zu ästhetischen und moralischen Urteilen über Romane, Biographien, Filme, Dokumentationen, Photographien und Reportagen. Und Authentizität tritt als Synonym auf für Innovation, Originalität und Wahrhaftigkeit und ist damit immer auch ein Substitutionsphänomen für die Autorinstanz und die mit ihr verbundenen Konzepte der Autorisation. Über alle Epochen und Medien hinweg bleibt “Sehnsucht” somit “ihr erstes Merkmal” (Helmut Lethen).

Was in den Geistes- und Sozialwissenschaften bisher vorwiegend als ästhetisches und moralisches Phänomen betrachtet wurde, entpuppt sich als Thema der Erzähltheorie. Authentizität beanspruchen paradoxerweise gerade auch besonders artifizielle Erzählformen. Dahinter stecken Authentizitätspostulate der Direktheit, Unmittelbarkeit, Reinheit und Natürlichkeit. Authentizität soll oftmals mittels neuer und innovativer Erzählformen erreicht werden. Da sich Authentizität als ein äußerst vielfältiger Aspekt erweist, richtet sich die Graduiertentagung an DoktorandInnen der unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Ziel der Tagung ist es, unterschiedliche Strategien der Authentizitätserzeugung zu untersuchen und in einem interdisziplinären Gespräch zu diskutieren.

Vorträge könnten beispielsweise folgende Themenkomplexe behandeln – Ergänzungen sind jederzeit willkommen:
- Glaubwürdigkeit in Interviews und anderen Gesprächsformen in Soziologie (Feldforschung), Journalismus, Medizin (Anamnese), Rechtswissenschaft (Zeugenaussagen), Psychologie, Ethnologie, etc.
- Authentizitätspostulate und -konzepte in verschiedenen Medien, Epochen und Gattungen
- Wahrhaftigkeit in der Darstellung historischer Stoffe
- Künstlichkeit in vermeintlich authentischen Formen und Gattungen wie Photographie, Reportage, Dokumentation, etc.
- Erzählen in innovativen Mischformen wie Dokudrama, Infotainment oder Dokuessay
- Zuverlässige Autoren und unzuverlässige Erzähler
- Präsenz vs. Repräsentation
- Kultur und Entfremdung vs. Natur und Unmittelbarkeit

 Eine Übernahme der Reise- und Hotelkosten ist möglich, wenn nachgewiesen werden kann, dass keine anderen Förderungsmöglichkeiten bestehen.
Abstracts (ca. 500 Wörter) erbitten wir bis 31. März 2010 per E-Mail an folgende Adresse: weixler@uni-wuppertal.de
Antonius
Weixler
Bergische Universität Wuppertal
Fachbereich A: Geistes- und Kulturwissenschaften Neuere deutsche Literaturgeschichte Gaußstraße 20 D – 42119 Wuppertal

Wissensch. Volontärin/Volontärs (Abteilung Volkskunde, „Museum der Alltagskultur – Schloss Waldenbuch“ (Deatline: 28.2.2010)

Montag, 15. Februar 2010

Beim Landesmuseum Württemberg ist ab 01. April 2010 die Stelle einer/eines

                                   wissenschaftlichen Volontärin/Volontärs

bei der Abteilung Volkskunde mit dem „Museum der Alltagskultur – Schloss Waldenbuch“ zu besetzen.

Das Volontariat ist zunächst auf 1 Jahr befristet, eine Verlängerung um ein weiteres Jahr ist möglich.

Voraussetzung: abgeschlossenes Hochschulstudium im Hauptfach Volkskunde (bzw. Europäische Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft, etc.). Wünschenswert sind erste Erfahrungen in der Ausstellungs- und/oder Museumsarbeit, z.B. über Praktika. Erwartet werden ein ausgeprägtes Interesse an Teamarbeit und die Fähigkeit zur raschen Einarbeitung in die unterschiedlichen Themen- und Sammlungsbereiche sowie gute PC-Kenntnisse in den üblichen Programmen.

Das Landesmuseum Württemberg bietet eine qualifizierende Weiterbildung für die Arbeit in Museen.  Ein besonderer Arbeitsschwerpunkt liegt derzeit in Erneuerungen der Ausstellungen im „Museum der Alltagskultur“  und in der Implementierung volkskundlicher Aspekte in die Neuaufstellung zur Kulturgeschichte Württembergs im Landesmuseum.

Das Entgelt beträgt im ersten Jahr monatlich 1219,65 Euro Brutto.

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen bis zum 28. Februar 2010 an das Landesmuseum Württemberg, Abteilung Volkskunde, Herrn Thomas Brune, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart.

Ihre Bewerbungsunterlagen können nur dann zurückgesandt werden, wenn Sie einen adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlag beifügen.

Wissenschaftl. Mitarbeiter (Volkskunde/Europaeische Ethnologie), Bundesinstitut fuer Kultur und Geschichte der Deutschen im oestlichen Europa, Oldenburg, Deatline: 15.03.2010

Montag, 15. Februar 2010

Am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) in Oldenburg (Oldb.), einer oberen Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, ist im Fach Volkskunde/Europäische Ethnologie zum 01.05.2010 folgende Stelle zu besetzen(Bewerbungsschluss: 15.03.2010):

Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in)
(bis Besoldungsgruppe A 14 BBesO oder vergleichbare Tarifbeschäftigte) 

Die Aufgaben des Bundesinstituts, einer Ressortforschungseinrichtung, umfassen die Beratung und Unterstützung der Bundesregierung, insbesondere des Beauftragten für Kultur und Medien, in allen die Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa betreffenden Fragen, sowie Erhebungen, Dokumentationen und ergänzende Forschungen.

Anforderungen:
- Hochschulabschluss (mit Promotion) im Fach Volkskunde/Europäische Ethnologie/Kulturanthropologie,
- Nachweis eigener Forschungen und Publikationen im Bereich Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa,
- Erfahrungen bei der Durchführung internationaler und interdisziplinärer wissenschaftlicher Projekte und bei der Redaktion wissenschaftlicher Texte,
- EDV-Kompetenzen (elektronisches Publizieren, sicherer Umgang mit den neuen Medien),
- Kenntnis mindestens einer ostmitteleuropäischen Sprache, bevorzugt Polnisch oder Tschechisch.

Eine Eingruppierung von Tarifbeschäftigten ist bei Neueinstellung – vorbehaltlich einer Tätigkeitsdarstellung und -bewertung – nach Entgeltgruppe E 13 TVöD vorgesehen. Bis zum Inkrafttreten der neuen Entgeltordnung ist die hier dargestellte Eingruppierung vorläufig und begründet keinen Vertrauensschutz und keinen Besitzstand (§ 17 Abs. 3 Satz 1 TVÜ-Bund).

Vorbehaltlich des Vorliegens der persönlichen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen ist die Übernahme in das Beamtenverhältnis (A 13/14 BBesO) vorgesehen.

Sofern Sie sich bereits in einem Beamtenverhältnis des höheren Dienstes befinden, ist eine Übernahme im Wege einer Abordnung mit dem Ziel der Versetzung bis Besoldungsgruppe A 14 h möglich.

Das BKGE hat sich die Gleichstellung von Frauen und Männern zum Ziel gesetzt. Bei gleicher Eignung werden Frauen nach dem Bundesgleichstellungsgesetz, schwerbehinderte Menschen nach Maßgabe des Sozialgesetzbuches IX besonders berücksichtigt. 

Die Stelle ist zur Besetzung mit Teilzeitkräften geeignet. Dabei wird geprüft, ob den Teilzeitwünschen im Rahmen der dienstlichen Möglichkeiten entsprochen werden kann. 

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Publikationsverzeichnis) sind bis zum 15.03.2010 zu richten an:
Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa
Direktor Prof. Dr. Matthias Weber
Johann-Justus-Weg 147a
26127 Oldenburg

cfp: 5. DOKTORANDENTAGUNG der Volkskunde/Europäische Ethnologie/Kulturanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (Jena, 7.-9.5.2010, Deatline: 15.4.2010)

Donnerstag, 11. Februar 2010

 

Lehrstuhl für Volkskunde (Empirische Kulturwissenschaft), Friedrich-Schiller-Universität Jena
07.-09.05.2010
 Anmeldung bis zum 15. April 2010!

 // Tagung
Die Doktoranden/innen und Mitarbeiter/innen des Lehrstuhls für Volkskunde (Empirische Kulturwissenschaft) an der Friedrich-Schiller-Universität freuen sich, alle Interessentinnen und Interessenten zur diesjährigen Doktorandentagung der Volkskunde/Europäischen Ethnologie/Kulturanthropologie und Empirischen Kulturwissenschaft vom 07. bis zum 09. Mai 2010 nach Jena einladen zu dürfen.
Die Veranstaltung, die nunmehr in die fünfte Runde geht, bietet die Möglichkeit zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und dient der kommunikativen Vernetzung der Promovierenden. Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Vorträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diese sind aufgefordert ihr eigenes Dissertationsprojekt oder Teilaspekte ihres Forschungsanliegens zu präsentieren. Das Programm wird ergänzt durch inhaltliche Workshops, die sich mit Fragen der Material- und Datenerhebung sowie des Schreibprozesses beschäftigen.                                    
Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Doktorandinnen und Doktoranden der genannten Fächer und angrenzender Disziplinen. Interessierte Studierende und Gäste sind herzlich willkommen.
Das Treffen wird durch ein kulturelles Rahmenprogramm begleitet. 

 //Organisatorisches
Die Tagung lebt von der aktiven Beteiligung der Teilnehmer/innen. Anregungen werden deshalb gern entgegengenommen.
Der Tagungsbeitrag beläuft sich auf 25,- Euro. (Nachdem Ihr Euch angemeldet habt, erhaltet Ihr eine Bestätigung und nähere Informationen bezüglich der Überweisung der Tagungsgebühr.)
Bitte lasst uns wissen, ob Ihr vegetarisches oder veganes Essen benötigt. Bei der Suche nach einer Unterkunft sind wir Euch gerne behilflich.
Die Anmeldung, ein kurzes Abstract des Dissertationsthemas (max. 500 Wörter) und ein kurzes CV sind bitte bis 15. April 2010 an die folgende Adresse zu senden: info[at]doktorandentagung.de

Informationen zu Programm, Zahlungskonditionen und Unterkunft gibt es auf unserer Webseite: www.doktorandentagung.de

Für alle weiteren Anfragen steht die Adresse info[at]doktorandentagung.de zur Verfügung.

Anmeldungen können auch per Post oder Fax geschickt werden an:
Organisationsteam der Doktorandentagung 2010
Lehrstuhl für Volkskunde (Empirische Kulturwissenschaft)
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Bereich Volkskunde/Kulturgeschichte
Zwätzengasse 3
07743 Jena

Tel: (03641) 944390
Fax: (03641) 944392
e-Mail: info[at]doktorandentagung.de
www.doktorandentagung.de

 Wir freuen uns auf eine interessante Tagung!

Jana Kämpfe und Anja Mede, im Namen des Organisationsteams der Doktorandentagung 2010

dgv-Tourismusforschung Tagung 2010, Wien, 4.-6. März

Donnerstag, 4. Februar 2010

Einladung dgv-Tourismusforschung Tagung 2010, Wien, 4.-6. März

Wir laden Sie hiermit zur 9. Tagung der Kommission für Tourismusforschung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde ein:

 Quartier machen Sterne deuten. Kulturwissenschaftliche Tourismusforschung über das Hotel

Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien I., Hanuschgasse 3
4.-6. März 2010

Nähere Informationen und das Programm entnehmen Sie bitte dem Folder:
http://www.volkskunde.org/wp/wp-content/uploads/2010/02/tagung_tourismusforschung_folder_mail.pdf

 Mit der Bitte um Anmeldung bis 26. Februar 2010 unter tourismusforschung.euroethnologie[at]univie.ac.at

Klara Löffler, Nikola Langreiter
für das Organisationsteam

Institutskolloquium des Instituts für Europäische Ethnologie Wien (SS 2010)

Donnerstag, 4. Februar 2010

Institutskolloquium des Instituts für Europäische Ethnologie Wien
Sommersemester 2010

jeweils am Do 15-17 Uhr, 1010 Wien, Hanuschgasse 3, Seminarraum 1

Urbanität und populäre Kulturen

11.03.2010    Lutz Musner, Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Wien
Wien im 20. Jahrhundert – Aspekte von Urbanität und Popularkultur

 18.03.2010    Ausstellungsführung (Wien Museum)
„Kampf um die Stadt“ (Künstlerhaus Karlsplatz 5, 1010 Wien)

25.03.2010    Anja Schwanhäußer, Berlin
Das hippomobile Möbel. Einige Gedanken zu Pferden, Mädchen und der Stadt 

15.04.2010    Elke Krasny, Wien
Narrativer Urbanismus. Stadtfeldforschung als kuratorische Praxis

22.04.2010    Jens Wietschorke, Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien
Die soziale und kulturelle Kartographie der Stadt. Ein Beitrag zur visuellen Kulturgeschichte

06.05.2010     Moritz Ege, Berlin
Ästhetische Affinität und sozialer Antagonismus. Die „transversale Diffusion“ des Picaldi-Stils und die Stilisierung von Unterschichtlichkeit unter Jugendlichen in Berlin

27.05.2010     Jan Braula, Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien
Polnische Milchbars – zwischen Essen, Kosten und Kult

10.06. 2010     Johannes Moser/Simone Egger, Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie, LMU München
Stadtansichten. Methoden einer urbanen Anthropologie

 24.06.2010     Alfred Pfoser, Wienbibliothek im Rathaus, Wien
Die Vermessung der Stadt. Mit besonderer Berücksichtigung der Wiener Adressbücher

Univ.-Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber / Dr. des. Jens Wietschorke 
Universität Wien, Institut für Europäische Ethnologie, Hanuschgasse 3, 1010 Wien

cfp: Geschichte(n) von Gesundheit und Krankheit (Dornbirn, Deadline: 31.03.2010)

Montag, 1. Februar 2010

cfp: Geschichte(n) von Gesundheit und Krankheit. Medizin und Psychiatrie im 20. Jahrhundert in Oesterreich – Dornbirn (Vorarlberg) 06/10

Verein für Sozialgeschichte der Medizin (Carlos Watzka); Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie (Elisabeth Dietrich-Daum); Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck (Wolfgang Weber); Psychiatrische Abteilungen des LKH Rankweil (Albert Lingg); Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin (Günter Diem); Stadtarchiv Dornbirn (Werner Matt), Dornbirn (Vorarlberg) 10.06.2010-12.06.2010, Stadtarchiv Dornbirn

Deadline: 31.03.2010

Auch 2010 wird der österreichische Verein für Sozialgeschichte der Medizin eine Jahrestagung veranstalten, diesmal in Zusammenarbeit mit den genannten Kooperationspartnern in Westösterreich. 

Die Tagung soll es allen an der Geschichte der Medizin, insbesondere der Psychiatrie Interessierten und den aktiv hierzu Forschenden ermöglichen, ihre Forschungsergebnisse und Projekte zu Fragen der österreichischen Medizin- bzw. Psychiatriegeschichte zu präsentieren und zu diskutieren, wobei diesmal das 20. Jahrhundert im Zentrum der Tagung stehen wird.

Aus diesem Grund möchten wir Interessierte aus allen Wissenschaftsbereichen, die zu diesen Themenfeldern arbeiten, zur Einsendung von Beitragsvorschlägen sowie zur Teilnahme an der Tagung

“Geschichte(n) von Gesundheit und Krankheit: Medizin und Psychiatrie im 20. Jahrhundert in Österreich”

am 10. – 12. JUNI 2010 in Dornbirn (Vorarlberg) einladen.

Grundsätzlich sind wir an einer breiten methodischen Herangehensweise interessiert. Insbesondere laden wir NachwuchswissenschafterInnen ein, sich mit einem Abstract im Umfang von einer Seite bis 31. 03. 2010 zu bewerben, bevorzugt per email an: Elisabeth.Dietrich[at]uibk.ac.at Selbstverständlich sind auch KollegInnen, die keinen eigenen Vortrag halten möchten, zur Teilnahme herzlich eingeladen. Wir ersuchen auch um Weitergabe dieser Informationen an Interessierte.

 Tagungssprachen: Deutsch, Englisch

 Wir müssen leider darauf hinweisen, dass über die Übernahme von Anreise- bzw. Aufenthaltskosten noch keine definitiven Zusagen gemacht werden können. Die Tagungsleitung ist aber bemüht, für NachwuchswissenschafterInnen einen Kostenersatz zu ermöglichen.

Die Aussendung des Tagungsprogramms erfolgt Anfang April 2010.

Für den Verein für Sozialgeschichte der Medizin:
Carlos Watzka, Präsident, Elisabeth Dietrich-Daum, Vize-Präsidentin