Technisches Museum Wien, Wien
cfp: Gelenkte ‘Auto-Mobilitaet’. Zum Verhaeltnis von Mobilitaet und Politik in Oesterreich und dem Deutschen Reich, 1933-1945 -
21.10.2010-23.10.2010
Technisches Museum Wien, Mariahilfer Straße 212, A-1140 Wien
Deadline: 31.03.2010
Das Technische Museum Wien führt in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und dem Deutschen Museum in München im Rahmen des vom österreichischen BM für Wissenschaft u. Forschung initiierten Förderprogramms forMuse ein Forschungsprojekt unter dem Titel “Entzug und Restitution von Kraftfahrzeugen und die sozio-ökonomischen Folgen.
Aspekte zur Verkehrsgeschichte Österreichs 1930-1955″ durch (siehe www.formuse.at). Im Fokus dieses Forschungsvorhabens steht der Entzug von Kraftfahrzeugen durch das NS-Regime sowie deren Restitution nach
1945 vor dem Hintergrund der beginnenden Motorisierung und sich durchsetzenden Massenmobilität. Angeregt durch die in Österreich mittlerweile gut verankerte Provenienzforschung an Museen, ist es zugleich Intention dieses Projekts, den bislang vor allem auf Kunstgegenstände bezogenen Blick der Provenienzforschung auf technische Objekte auszudehnen und diesen durch die soziokulturelle Kontextualisierung einen neuen Stellenwert zu geben.
Im Zuge des Projekts wird im Oktober 2010 am Technischen Museum in Wien ein interdisziplinär ausgerichteter Workshop stattfinden, in dem WissenschaftlerInnen verschiedener Fachrichtungen die Möglichkeit gegeben wird, neue Forschungsansätze zum Themenbereich Mobilitäts- und Verkehrsgeschichte zu präsentieren. Die 1930er bis 1950er Jahre umfassen den Übergang von der kollektiven Massen-Mobilität zur individuellen Auto-Mobilität. Dieser Prozess vollzieht sich vor dem Hintergrund verschiedener politischer Systeme, die Mobilität nicht nur unterschiedlich zu steuern, sondern auch als Mittel der Herrschaftsdurchdringung zu benutzen suchten. Erwünscht sind auch Beiträge, die die Transformation von Mobilität in den vom Deutschen Reich besetzten und annektierten Gebieten Polens, der Tschechoslowakei, Frankreichs und Jugoslawiens untersuchen.
Mögliche Themenbereiche der Paper sind:
- Bedeutung von individueller und kollektiver Mobilität für Nationalsozialismus und Austrofaschismus am Beispiel der Kraftfahrklubs, der Kraftfahrzeugindustrie, des Straßen- und Autobahnbaus, etc.
- Reglementierung, Kontrolle und Einschränkung von Mobilität sowie Verkehrspolitik als Mittel zur Herrschaftsdurchdringung diktatorischer/autoritärer Regime
- Dimension und Vorgang des Entzugs von Kraftfahrzeugen auf Grund politischer und/oder rassischer Verfolgung während des Nationalsozialismus
- Meilensteine und Wendepunkte der Motorisierung Österreichs und des Dritten Reiches im Vergleich
- Das Motorrad als Sonderfall der Massenmotorisierung
- Individuelle und kollektive Mobilität im Kontext von Krieg und Kriegsvorbereitung
- Kraftfahrzeuge als Museums- und Sammlungsobjekte in privaten Sammlungen und Museen
- Aura und gesellschaftlicher Kontext historischer Kraftfahrzeuge
Deadline für die Zusendung von Abstracts (ca. 1 Seite und kurzer CV) ist der 31.3.2010. Bitte senden Sie die Unterlagen per Email an: christian.kloesch@tmw.at
Die Benachrichtigung der ausgewählten ReferentInnen erfolgt bis zum 30.4.2010. Die Konferenzsprache ist deutsch. ReferentInnen mit nicht-deutscher Muttersprache sind eingeladen, ihre Beiträge auf Englisch einzureichen. Reisekosten (Fahrt und Unterbringung) werden vom Veranstalter übernommen. Eine Publikation der Beträge ist geplant.











