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Archiv für die Kategorie „Neuigkeiten“

Angriff der FPÖ auf die Freiheit von Forschung und Lehre und den ersten Vorsitzenden des ÖFV Univ. Prof. Dr. Klaus Schönberger

Dienstag, 19. Januar 2021

Präambel

Der Österreichische Fachverband für Volkskunde/ÖFV protestiert gegen den Angriff der FPÖ auf die Freiheit von Forschung und Lehre sowie auf ihren ersten Vorsitzenden Univ. Prof. Dr. Klaus Schönberger. Der Fachverband unterstützt einmütig die Erklärung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde und fordert das Bundesministerium auf, diesen Angriff nicht nur formal (die Anfrage fordert implizit zum Gesetzesbruch auf), sondern auch inhaltlich zurückzuweisen.

Anbei die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e.V. (dgv).

Stellungnahme der Generalversammlung Empirische Kulturwissenschaft (GVEKW) der österreichischen Universitätsinstitute zur geplanten Universitätsgesetz-Novelle

Freitag, 15. Januar 2021

Der Vorstand und der Wissenschaftliche Beirat des Österreichischen Fachverbands für Volkskunde (ÖFV) stellt sich einstimmig hinter die Stellungnahme der Generalversammlung Empirische Kulturwissenschaft (GVEKW) der österreichischen Universitätsinstitute zur geplanten Universitätsgesetz-Novelle.

Wir fordern eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzentwurfes im Sinne der Stellungnahme der GVEKW

Univ. Prof. Dr. Klaus Schönberger (1. Vorsitzender)

 

CfP: Mehr Schein als Sein?! 4. Jahrestagung des Forums BildDruckPapier 20201, Dresden

Dienstag, 11. August 2020

Call for Papers

Mehr Schein als Sein?! Papierne Imitation und Illusion

4. Jahrestagung des Forums BildDruckPapier 2021 in Dresden
 
Das Forum BildDruckPapier veranstaltet seine nächste Jahrestagung vom 16.–18. Mai 2021 in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, wo es sich papiernen Imitationen und Illusionen widmen wird. Der Tagungsort selbst steht mit der sogenannten „Dresdner Pappe“ exemplarisch für eines der zahlreichen Papierprodukte, die nach außen hin mehr zu sein versprechen, als sie tatsächlich sind. Denn die als Dresdner Pappe bezeichneten Ziergegenstände aus geprägtem Papier erzeugten mit ihrem glänzenden Überzug aus Gold- oder Silberfolie die Illusion hochwertigen Schmucks aus getriebenem Metall. Aber auch im sächsischen Umland finden sich verschiedene Beispiele zur Geschichte der täuschenden Papierfabrikate wie beispielsweise die eine Holzmaserung imitierenden Fladertapeten der Renaissance oder Papierblumen des 19. und 20. Jahrhunderts.
 
Die Tagung „Mehr Schein als Sein?!“ richtet ihren Fokus auf solche papiernen Surrogate und Attrappen, die andere Materialien durch optische Täuschung mittels Druck- und Maltechnik oder durch Nachahmung von Strukturen ersetzen. Obwohl als Imitate hergestellt, waren die gefertigten Erzeugnisse dabei nicht zwangsläufig minderwertig, sondern teils eigenständige Luxusartikel. Die Bandbreite der nachahmenden Papier-, Papp-, Papiermaché- und Pappmachéprodukte reichte von der Raumausstattung über Hausrat bis zu Kleidung. Täuschend echt konnten sie die verschiedensten Materialien nachbilden. Als Beispiele seien genannt: 
 
• Stein/Porzellan (Papierstuck und Steinpappe, marmoriertes Buntpapier, Puppenköpfe)
• Holz (Schnupftabakdosen und Schalen aus Pappmaché in Lackarbeit, Fladerpapier)
• Metall (Sargbeschläge und Christbaumschmuck aus geprägter Pappe)
• Leder (geprägte Papiertapete, Mützenschirme aus Pappe)
• Korb (Spielzeug und Taschen aus Papiergarn)
• Textilien (Spitzenpapier, Faschingskostüme, Ersatzkleidung aus Papiergewebe) und
• Pflanzen (Kunstblumen für Festartikel und Hutputz).
 
Wie wurden solche Fabrikate hergestellt? Wer war darauf spezialisiert? Warum benötigte oder wünschte man Imitationen? Wie wurden sie im Einzelfall bewertet, wofür verwendet? In welchem Verhältnis standen Vorbild und Abbild zueinander? Mit diesen Fragen will sich die Tagung auseinandersetzen. In der Hauptsektion (Montag, 17. Mai 2021) werden Beiträge präsentiert, die sich mit den vielfältigen Imitationsmöglichkeiten des Papiers, mit Herstellung und Technik, Produzenten oder Konsumenten auseinandersetzen. Die 20-minütigen Referate mit anschließender Diskussion können auf Deutsch oder Englisch gehalten werden. Interessierte senden ihr Abstract (max. 2.500 Zeichen inkl. Leerzeichen) auf Deutsch oder Englisch zusammen mit einer Kurzvita bitte
bis zum
15. November 2020
an bild-druck-papier@web.de.
 
Nachfragen richten Sie gern an die Geschäftsstelle:
 
Andrea Rudolph
 Forum BildDruckPapier
 c/o Stadtmuseum Dresden
 Wilsdruffer Str. 2
 01067 Dresden
 bild-druck-papier@web.de
 +49 351 488-7332

Programm 29. Fachverbandstagung

Mittwoch, 25. März 2020

Problematisieren und Sorge tragen: Kulturanalytische Konzepte von Öffentlichkeit und Arbeitsweisen des Öffentlichmachens

Neuer Termin: 06.05.2021 bis 08.05.2021

(ursprünglicher Termin: 20.05.2020 – 22.05.2020)

KulturwissenschaftlerInnen gestalten Gesellschaft. Welche Instrumente stehen ihnen zur Verfügung, um in Debatten und Praxisfelder einzugreifen? Und welche Verantwortung kommt ihnen zu, für öffentliche Anliegen Sorge zu tragen?Diese Fragen stellen sich in Zeiten politischer und ökologischer Krisen besonders drängend. Mit ihren lebensnahen Forschungsthemen sind empirisch arbeitende Kulturwissenschaften seit jeher an Öffentlichkeit(en) interessiert – sowohl als Forschungsgegenstand als auch mit dem Anspruch, Öffentlichkeiten zu ermöglichen und in Diskurse einzugreifen.In Vorträgen, Workshops, Roundtables, Lectures und Performances werden WissenschaftlerInnen, MuseumsmacherInnen, JournalistInnen und AktivistInnen erörtern, was „Öffentlichkeit“ in verschiedenen Kontexten eigentlich bedeutet und welche praktischen Konsequenzen für Arbeitsweisen des Öffentlichmachens damit verknüpft sind. Unter den Schlagwörtern „Eingreifen, Einwenden, Anwenden“ stehen Fragen nach der Spezifik von Medienformaten, den Potenzialen kollaborativer Forschungsverfahren und den Herausforderungen gegenwärtiger Museumsarbeit im Zentrum der Veranstaltung.Zum Auftakt gibt es eine Podiumsdiskussion mit Gästen aus Berlin, Montreal und Wien mit einem anschließenden gemeinsamen Kochen in der Museumsküche.Tagung des Österreichischen Fachverbands für Volkskunde in Kooperation mit dem Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien, und dem Volkskundemuseum Wien.


Programm  (wird für den 2021-Termin noch adaptiert werden)

Mittwoch, 20.5.2020

ab 15.00 Uhr: Anmeldung
16.00 bis 17.00 Uhr: Generalversammlung
17.30 Uhr:  “Eingreifen, Einwenden, Anwenden”
Diskussion mit u.a. Philipp Felsch (Berlin) Barbara Thériault (Montréal, Erfurt), Klaus Schönberger (Klagenfurt), Matthias Beitl (Wien)
19.30 Uhr: Ein_Kochen
Gemeinsames Kochen und Abendessen im Museum

Donnerstag, 21.5.2020

9.00 bis 10.30 Uhr: [PANEL] Öffentlichmachen und Sorgetragen im Spiegel von Generationen
Mit Martina Röthl (Kiel); Roman Horak (Wien), Helen Veit (Tübingen)
10.30 bis 11.15 Uhr: KAFFEEPAUSE
11.15 bis 12.30 Uhr: [ROUNDTABLE] Öffentlichmachen als studentisches Anliegen und Perspektiven für Berufsfelder
Mit u.a. Miriam Gutekunst (München), Nina Aichberger (Wien), Barbara Frischling (Graz)
12.30 bis 14.00 Uhr MITTAGESSEN
14.00 bis 15.30 Uhr: [PANEL] Wahlverwandtschaften: Massenmedien und ethnographisches Wissen
Mit Christiane Schwab (München,) Gisela Welz (Frankfurt/Main), Ina Dietzsch (Basel)
15.30 bis 16.15: KAFFEEPAUSE
16.15 bis 17.30 Uhr: [ROUNDTABLE] Daten und Wissen öffentlich machen
Mit Sabine Imeri (Berlin), Kerstin Klenk (Wien), Marcel LaFlamme (Wien)
17.45 bis 19.00 Uhr: Öffentlich werden: Workshop des dgv-Ausschuss’ Studium und Lehre (Teil I)
19.15 bis 21.00 Uhr: Parallele Öffentlichkeiten: Lesungen, Open Mic, Stehachterl

Freitag, 22.5.2020

9.00 bis 11.00 Uhr: [PANEL] Öffentliche Anliegen problematisieren
Mit Ute Holfelder (Klagenfurt), Helmut Groschwitz (München), Roland W. Peball (Klagenfurt), Gerhard Schönhofer (Eichstätt)
11.00 bis 11.45 Uhr: KAFFEEPAUSE
11.45 bis 13.15 Uhr:  [PANEL] Ausstellungsöffentlichkeiten aktualisieren
Mit Katrin Prankl, Magdalena Puchberger, Nina Szogs (Wien), Andrea Berger (Wien), Claudia Peschl-Wacha, Katharina Richter-Kovarik (Wien)
13.15 bis 14.45 Uhr: MITTAGESSEN
14.45 bis 16.00 Uhr: [ROUNDTABLE] Angewandte Kulturanalyse – Herausforderungen und Fallstricke
Mit Alexandra Schwell (Klagenfurt), Nina Szogs (Wien), Gregor Sterzenbach (München), Amalia Barboza (Linz), Klaus Schönberger (Klagenfurt)
16.00 bis 16.30 Uhr: KAFFEEPAUSE
16.30 bis 18.00 Uhr: Museen in Gesellschaft: Ein öffentliches Hearing
Mit Susanne Wernsing (Berlin/Wien), Birgit Johler (Graz/Wien), Matthias Beitl (Wien), Thekla Weissengruber, Karin Ecker (Linz), Karl Berger (Innsbruck)
18.15 bis 19.15 Uhr: Öffentlich werden: Workshop des dgv-Ausschuss’ Studium und Lehre (Teil II)
Ab 19.30/20.00 Uhr: Performance und Zam_Essen

Link zu den Abstracts der Tagung

Anmeldung
Anmeldung: tagung@volkskundemuseum.at
Bitte folgende Informationen angeben: Name, Institution, Status Studierende (ja/nein)
Kostenbeitrag: € 20,-
Der Kostenbeitrag wird vor Ort in bar erhoben.
Für Vortragende und Studierende frei

Kontakt für inhaltliche Anfragen:
oe_fachverbandstagung2020@univie.ac.at

Tagung Klagenfurt/Celovec, 27.-28.02.2020

Freitag, 13. Dezember 2019

Liebe Kolleg*innen,

ich möchte Euch/Sie ganz herzlich zur Teilnahme an der Tagung Tagung Ko-Produktion von Ethnografie/Kultur- und Sozialwissenschaften und den performativen Künsten. Anziehung und Abstoßung in transdisziplinären Forschungsprojekten vom 27.2.-28.2. nach Klagenfurt einladen.

Tagung
Ko-Produktion von Ethnografie/Kultur- und Sozialwissenschaften und den performativen Künsten. Anziehung und Abstoßung in transdisziplinären Forschungsprojekten

Klagenfurt/Celovec, 27.-28. Februar 2020

Im Zuge und im Rahmen der Entgrenzung von zahlreichen Lebensbereichen finden zunehmend transdisziplinäre Forschungsprojekte zwischen den Künsten und verschiedensten akademischen Disziplinen statt. Dabei hat die künstlerische Forschung – verstanden als ein Forschen in und mitden Künsten – auch im Feld der performativen Künste zu einer verstärkten Entwicklung von transdisziplinären Ko-Produktionen geführt. Hier adaptieren die Künste Verfahren der wissenschaftlichen Disziplinen, während sich das Interesse der Sozial- und Kulturwissenschaften an der den Künsten zugeschriebenen Fähigkeit, emotionale, sinnliche und ästhetische Wissensbestände zu aktivieren und implizites Wissen evident zu machen, bezieht.

Bei der Tagung stellen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen transdisziplinäre Projekte aus dem Feld der performativen Künste vor, die recherchebasiert vorgehen und/oder mit qualitativen empirischen Methoden arbeiten. Der Fokus liegt auf der Frage, wie transdisziplinäres Arbeit in solchen Projekten vonstatten geht, wo es zu Anziehungen und Abstoßungen kommt.

Die Tagung wird im Rahmen des am Klagenfurter Institut für Kulturanalyse angesiedelten PEEK-FWF-Forschungsprojekts „Performing Reality“ (volksabstimmung.aau.at) durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldungen werden erbeten bis zum 20.02.2020 an Roland.Peball@aau.at.


Programm

Donnerstag, 27.02.2020

9:00 – 9:30     Ankunft
9:30 – 10:00   Begrüßung

Panel I

10:00 – 10:15 Ole Frahm, Torsten Michaelsen (LIGNA): Ich folge nicht. Fragen zur Methode performativen Arbeitens

10:00 – 11:15 Pause

11:15 – 12:00 Marion Hamm, Janine Schemmer: Kulturtechnik Gehen – Methode und performative Praxis

12:00 – 12:45 Martin Jonas: Isarsprudel – Ein Performance Festival in München

12:45 – 14:00 Mittagspause

 

Panel II

14:00 – 14.45 Thomas Hörl, Ulrike Kammerhofer-Aggermann: Matthias tanzt. Salzburger Tresterer on Stage

14:45 – 16:00 Jonathan Roth: Kunst-Forschung in der Lehre. Performative Strategien im Seminar bei der Forschung über und durch die Kunst

16:00 – 16:30 Pause

16:30 – 17:15  Ute Holfelder, Ute Liepold, Bernd Liepold-Mosser, Roland W. Peball, Klaus SchönbergerPERFORMING REALITY – Dispositiv Kärnten / Koroska. Kooperation, Kollaboration oder Ko-Produktion? Zur Möglichkeit der Zusammenarbeit von ethnografischer Wissenschaft und Theater

17:15 – 18:00 Oliver Becker, Torsten Näser: Schleudertrauma. Ein Dokumentarfilm über die Kollision von Wissenschaft und Kunst

18:00 – 19:30 Abendessen

20:00              Filmvisionierung „Schleudertrauma“

 

Freitag, 28.02. 2020

Panel III

9:00 – 9:45     Tina Leisch: 1210er SuperheldInnen und die HeldInnenzentrale

9:45 – 10:30   Wanda Deutsch, Edith Payer, MarkusWaitschacher: „Love Boat“ / „Transborder“

10:30 – 10:45 Pause

10:45 – 11:30 Jurij Bobic, Robin Klengel: „Grenzlandgalerie / Galerija na meji“. A research-based audio walk, framing 100 years of the Slovenian-Austrian borderland

11:30 – 12:15 Theresa Jacobs, Michael Wehren: Das Museum der Deutschen – Recherche. Improvisation. Inszenierung

12: 15 – 13:00 Mittagspause

13:00 – 14:00 Schlussdiskussion

 

Mit kollegialen Grüssen
Klaus Schönberger

Univ.-Prof. Dr. Klaus Schönberger
Institut für Kulturanalyse / Istituto di analisi della cultura /  Inštitut za kulturno analizo
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt / Celovec
Universitätsstraße 65-67
A-9020 Klagenfurt / Celovec
Tel. +43 463 2700 2011
Tel. +43 463 2700 2002 (Sekretariat: Frau Pappler)
e-Mail: mailto:klaus.schoenberger@aau.at<mailto:klaus.schoenberger@aau.at>

Webseite: https://www.aau.at/kulturanalyse/
Facebook:  https://www.facebook.com/Kulturanalyse.Klagenfurt/
Blog Kulturanalyse des Alltags: https://derstandard.at/r2000075831303/Blog-Kulturanalyse-des-Alltags

 

Senior Lecturer im Fach Europäische Ethnologie, Uni Innsbruck

Freitag, 15. November 2019

Liebe Kolleg_innen,

hiermit möchten wir Sie auf die Ausschreibung einer Position als Senior Lecturer (mit Doktorat) im Fach Europäische Ethnologie an der Universität Innsbruck hinweisen.

Senior Lecturer (mit Doktorat), 50%, ab 01.03.2020, für 6 Jahre:

Hauptaufgaben sind die Durchführung von selbständiger Lehre im Ausmaß von 8 Semester-Stunden, die Abhaltung von Prüfungen sowie Betreuung von Studierenden, die Mitwirkung an Forschungsprojekten, die Weiterbildung sowie die Mitarbeit an Organisations- und Verwaltungsaufgaben des Instituts.

Anforderungen sind ein abgeschlossenes Doktoratsstudium in Europäische Ethnologie, Volkskunde, Kulturanthropologie oder Empirische Kulturwissenschaft; einschlägige Lehrerfahrung, möglichst nachgewiesen durch positive Evaluationen sowie Teamfähigkeit, Bereitschaft zur Kommunikation mit MitarbeiterInnen und Studierenden, Fähigkeit zur Motivation von Studierenden, positiver Umgang mit Studierenden
Details zur Stellenausschreibung und zur Online-Bewerbung finden Sie im Karriereportal der Universität Innsbruck unter der Chiffre PHIL-HIST-10940 und unter https://lfuonline.uibk.ac.at/public/karriereportal.details?asg_id_in=10940
Bitte beachten Sie, dass die Bewerbung ausschliesslich online über das Karriereportal erfolgt.
Bewerbungsfrist (online) für diese Position ist der 05.12.2019.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung (konrad.kuhn@uibk.ac.at).

Mit freundlichen Grüßen,
Konrad Kuhn
…………………………………………..
Priv.-Doz. Dr. Konrad Kuhn
Univ. Ass. (Post-Doc)
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie – Fach Europäische Ethnologie
Universität Innsbruck
Büro 40724
Innrain 52d
AT – 6020 Innsbruck
konrad.kuhn@uibk.ac.at
Tel.: +43 512 507-43358 (direkt) 507-43353 (Sekretariat)
…………………………………………..

https://www.uibk.ac.at/geschichte-ethnologie/mitarbeiterinnen/univ-ass/kuhn-konrad/konrad-kuhn.html

https://uibk.academia.edu/KonradKuhn

29. Tagung des Österr. Fachverbands für Volkskunde – CfP

Mittwoch, 24. Juli 2019

Problematisieren und Sorge tragen: Kulturanalytische Konzepte von Öffentlichkeit und Arbeitsweisen des Öffentlichmachens

20.-22. Mai 2020, Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien

Öffentlichkeit — als soziale und ökonomische Konfiguration, als materialisierter Ort und ideeller Raum der Auseinandersetzung — ist eines der umkämpften Konzepte moderner Gesellschaften. Besonders in krisenhaften Momenten wird Öffentlichkeit zum Anliegen, das problematisiert, in Frage gestellt oder verteidigt und für das deshalb auch Sorge getragen wird. Gesellschaftliche Polarisierung, ob sozial, ökonomisch, kulturell oder politisch, ist Auslöser und Ausdruck dieser Krisen von Öffentlichkeiten und Praktiken des Öffentlichmachens. Die vielfältigen Arbeitsfelder und Organisationsformen der Europäischen Ethnologie, Empirischen Kulturwissenschaft, Kulturanthropologie, Kulturanalyse und Volkskunde (im Folgenden unter EKW zusammen gefasst) sind heute wie schon in der Vergangenheit darauf angelegt, Wissen zu erarbeiten, zu vermitteln und dafür Öffentlichkeiten zu schaffen (z.B. Museen, Vereine, Universitäten).

In Zeiten der Krise von Öffentlichkeiten ergibt sich daraus für uns eine besondere Zuständigkeit für das Nachdenken über unterschiedliche Formen, Diskurse, Aushandlungen und Materialisierungen von Öffentlichkeiten wie auch des Öffentlichmachens. Diese Zuständigkeit stellen wir als Forschungsgegenstand und als konkrete, zu gestaltende Arbeitsweise ins Zentrum der Tagung, die der Österreichische Fachverband für Volkskunde in Kooperation mit dem Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien, und dem Österreichischen Museum für Volkskunde, Wien, ausstellt.

Welche Rolle spielt die EKW in Prozessen der Aushandlung von Öffentlichkeit? Und welchen Anteil an einer demokratischen Gestaltung des Öffentlichmachens kann die EKW durch ihre vielfältigen Arbeitszusammenhänge und Arbeitsformen (Freiberuflichkeit, Angestelltenverhältnisse oder Ehrenamt) in Momenten gesellschaftlicher Polarisierung haben?

Diese Fragen möchten wir auf der Tagung aus verschiedenen Perspektiven heraus in zwei Richtungen lenken:

(1.) auf die gesellschaftliche Positionierung des Fachs in Geschichte und Gegenwart von Öffentlichkeiten wie auch
(2.) auf das Potenzial der vielgestaltigen Arbeitsweisen der ehemaligen und gegenwärtigen EKW in der Kritik und Gestaltung zeitgenössischer Öffentlichkeiten.

Öffentlichkeit problematisieren

Öffentlichkeiten als alltagskulturelle Anliegen und Modi entstehen nicht allein in den dafür vorgesehenen Institutionen, wie etwa Parlamenten, oder nur an bestimmten Orten, wie Plätzen oder Kaffeehäuser, und in besonderen sozialen Konstellationen, wie Demonstrationen; auch ist die Artikulation von Öffentlichkeiten nicht auf spezifische Medien, wie Zeitungen, beschränkt. Vielmehr entstehen Öffentlichkeiten aus der Verbindung dieser Elemente und in der Vermittlung von Wissensproduktion. Dies gilt auch für die volkskundlichen (Fach-)Öffentlichkeiten, die in den Kontexten der Vereine, Museen und universitären Fächer entstehen. Der historische Anteil von Wissenspraktiken und wissenschaftlichem Wissen an der Gestaltung von Öffentlichkeit ist vielfach untersucht worden. So haben der Wissenschaftsforscher Bruno Latour und der Kunstkurator/Künstler Peter Weibel vor 15 Jahren in der Ausstellung „Making things public“ im ZKM Karlsruhe auf die diversen Praktiken hingewiesen, die zum einen Dinge qua Öffentlichmachen erst zu wissenschaftlichen Wissensobjekten gemacht haben und zum anderen auf diese Weise Öffentlichkeit unter dem Vorzeichen von Aufklärung und demokratischem Anliegen sowie der Entstehung einer bürgerlichen Gesellschaft erst hervorgebracht haben. „Verwissenschaftlichung“ ist so gesehen aufs Engste mit Vergesellschaftung und zudem Versammeln und Verhandeln von Öffentlichkeit verknüpft.

Für die Tagung ergeben sich aus dieser Perspektive eine Reihe von Anknüpfungspunkten an die Rolle ethnographischen Wissens in allen Arbeitszusammenhängen der heutigen EKW und seiner gesellschaftlichen Wirkungszusammenhänge (vgl. u. a. Köstlin/Nikitsch 1999, Dietzsch u.a. 2009 u.v.a., Fenske 2011). Im Anschluss daran können Beiträge folgenden Fragestellungen nachgehen:

  • Wie genau haben die Volkskunde und ihre Nachfolgedisziplinen im 19. und 20. Jahrhundert Öffentlichkeiten geprägt und gestaltet? Welche Zuschreibungen von Zuständigkeiten für bestimmte Öffentlichkeiten haben dabei stattgefundenen? Welche Bedeutung hatte dabei Problematisierung von Öffentlichkeit als Idee und von Öffentlichkeiten als gelebte Alltagskulturen – und welche Rolle sollte dies heute spielen? Welche Folgerungen lassen sich aus den Praktiken des Öffentlichmachens in den unterschiedlichen Berufsfeldern des Fachs in der Vergangenheit für dessen Zuständigkeit in der Gegenwart ziehen?
  • Welche Rolle kann die EKW heute spielen, um Öffentlichkeit als ein alltagskulturelles Anliegen zu vertreten? Welche (impliziten) Konzepte und Vorstellungen von Öffentlichkeit werden artikuliert, wenn Anforderungen und Möglichkeiten, ethnographisches Wissen zu vermitteln, von Museen, in der Kulturarbeit oder in der universitären Lehre und Forschung thematisiert und problematisiert werden?
  • Wie verändern interdisziplinäre und transkulturelle Kollaborationen (z.B. zwischen Kunst und EKW) Vorstellungen und Konzepte von Öffentlichkeiten?

Für Öffentlichkeiten Sorge tragen

Öffentlichkeiten zu einem Anliegen zu machen, heißt dafür Sorge zu tragen, dass sie nicht nur Teilnahme erlauben, sondern auch für Teilhabe offen sind und bleiben. Wege zu finden, wie dies gelingen kann, kann als Anforderung, Verpflichtung oder aber als Möglichkeit verstanden werden, die unterschiedliche Wissenspraktiken vom Forschen, Reflektieren übers Vermitteln miteinander verbindet. Die Wissensforscherin Maria Puig de la Bellacasa hat mit dem Begriff „matters of care“ auf die notwendige Offenheit für die spekulativen, d.h. ungesicherten Dimensionen dieser sorgenden Praxis hingewiesen (Puig de la Bellacasa 2011, 2017). Sorgetragen ist so gesehen eine ethisch begründete, feministische und in die Zukunft gerichtete Praxis, die unvorhergesehene Akteur*innen einzubeziehen weiß, um ein Anliegen als öffentliches Anliegen zu verwirklichen (u.v.a. Binder et al. 2019). Diese Aufmerksamkeit und Verantwortung für die Zukünfte demokratischer Öffentlichkeiten realisiert sich in forschenden, reflektierenden und vermittelnden Ansätzen. So findet ganz aktuell aufmerksames Sorgetragen, das unter dem Eindruck der weltumspannenden ökologischen Krise, sowie der sozialen und ökonomischen Polarisierung steht, ein Echo in interdisziplinären Zusammenhängen und unterschiedlichen Publikationsformaten (vgl. Fitz/Krasny 2019). Für die Tagung ergeben sich daraus auch in Anschluss an den dgv-Kongress 2019 folgende Fragen:

  • Welche sorgetragenden Arbeitsweisen des Öffentlichmachens haben sich in den unterschiedlichen Berufsfeldern der EKW bewährt?
  • Welche Konzepte des Problematisierens von Öffentlichkeit erlauben es uns, für die Zukunft von demokratischen Öffentlichkeiten Sorge zu tragen?
  • Welche Arbeitsformate und Wissensformen eignen sich für die Verwirklichung des Anliegens Öffentlichkeit?
  • Welches Potenzial haben interdisziplinäre und transkulturelle Kollaborationen (z.B. zwischen Kunst und EKW) mit Blick auf die Produktion von Öffentlichkeiten bereits gezeitigt, wie können sie weiterhin genutzt werden?
  • Und wie lassen sich die spekulativen Anteile des Zukünftigen, d.h. die Wirkmacht unvorhersehbarer Akteur*innen ermöglichen?


Die zu beobachtende gesellschaftliche Polarisierung fordert die unterschiedlichen Berufsfelder und Arbeitsweisen der EKW heraus. In der Vielfalt der institutionellen Arbeitsfelder innerhalb und außerhalb der Universität und in den multi-medialen Wissenspraktiken und Gegenständen der Alltagskulturanalyse unseres Faches liegt das große Potenzial, Vorstellungen und Formen von Öffentlichkeiten und des Öffentlichmachens im Sinne demokratisch verfasster Gesellschaften kritisch zu hinterfragen und zu gestalten.

Wir laden Beiträge aus allen Arbeitsfeldern der EKW ein, sich in einer dieser Perspektiven zu verorten. Ganz konkret sind kulturanalytische Überlegungen aus den Bereichen bzw. über public anthropology, Wissensanthropologie und Wissenskommunikation, Organisations- und Arbeitsforschung, Politikforschung und Popularkulturforschung in historischer oder gegenwärtiger Perspektive ebenso willkommen wie Beiträge aus dem Bereich der kulturellen Praxis und Vermittlungsarbeit. Die Konferenz selbst ist eine Praxis des Öffentlichmachens mit der Absicht, Öffentlichkeiten zu schaffen und gleichzeitig über ihre Wirksamkeit nachzudenken. Deshalb freuen wir uns neben den bekannten Vortragsformaten über Beiträge, die sich in eigenständige Arbeitsformate einbringen oder diese vorschlagen. Folgende Formate sind denkbar und erweiterbar:

  • Panel (Vortrag 15-20 Minuten)
  • Workshop (kollaborative Arbeitsphase und Gemeinschaftspräsentation),
  • Public Review (Vorlage von Text, Audio-/Visuellen Inhalten zum öffentlichen Review),
  • audio-/visuelles Screening,
  • öffentliches Brainstorming etc.

Ziel der Tagung und der darin stattfindenden Arbeitsformate ist es, laufenden Projekten ein Forum zu bieten, im Zusammenhang der Tagung an laufenden Projekten (z.B. Gemeinschaftspublikation Vade mecum) in öffentlichen Arbeitssessions weiter zu arbeiten. Konzepte, Begriffe und Arbeitsweisen können hier bereits öffentlich gemacht und diskutiert oder auch erst gemeinsam entwickelt werden.

Binder, Beate et al. (2019): Care: Praktiken und Politiken der Fürsorge. Ethnographische und geschlechtertheoretische Perspektiven. Budrich Verlag Leverkusen.

Fenske, Michaela  (2011): Kulturwissenschaftliches Wissen Goes Public. Einblicke in den Aktionsraum von Wissenschaft und Öffentlichkeit am Beispiel volkskundlicher Enzyklopädien. In: Historische Anthropologie 19, 112- 122.

Fitz, Angelika/ Elke Krasny (2019). Ciricital care. Architecture and urbanism for a broken planet. MIT Press Boston.

Köstlin, Konrad / Herbert Nikitsch (Hg.) (1999): Ethnographisches Wissen. Zu einer Kulturtechnik der Moderne (= Veröffentlichungen des Instituts für Volkskunde 18). Wien 1999.

Latour, Bruno / Peter Weibel (2005): Making Things Public: Atmospheres of Democracy. MIT Press Boston.

Puig de la Bellacasa, Maria (2017), Matters of care: speculative ethics in more than human worlds, Posthumanities, Minnesota: University of Minnesota Press

Puig de la Bellacasa, Maria (2011): Matters of care in technoscience: Assembling neglected things. In: Social Studies of Science 41/1, S. 85-10.

Bitte, senden Sie bis zum 13.10.2019 Ihren Abstract (500 Wörter mit Angaben zu Inhalt, theoretischen und empirischen Grundlagen) plus eine Zuordnung zu einem Format oder Vorschlag für ein eigenes Format an. Hier werden auch Ihre Fragen zur Tagung beantwortet: oe_fachverbandstagung2020@univie.ac.at

Festsymposium für Burkhard Pöttler

Montag, 25. März 2019

Historische Anthropologie: Quo vadis?
Zur Positionierung zwischen Europäischer Ethnologie und Geschichtswissenschaft

Ein Festsymposium für Burkhard Pöttler zum 60. Geburtstag

Graz | 4. Juni 2019

Das geplante Symposium zur Historischen Anthropologie verfolgt das Anliegen einer Standortanalyse der bestehenden historisch-anthropologischen Bezugspunkte zwischen Europäischer Ethnologie und Geschichtswissenschaft, verbunden mit dem Versuch eines Ausblicks auf mögliche und wünschenswerte Entwicklungen in die Zukunft.

Die Historische Anthropologie kann auf viele verschiedene Wurzeln verweisen. In ihrem interdisziplinären Ansatz vereint sie wissenschaftliche Fächer, die in der Wissenschaftsgeschichte lange Zeit als miteinander unvereinbar angesehen wurden. In der französischen Schule der „Annales“ kam es zwar schon ab den 1930er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Verknüpfung von wirtschaftshistorischen, ethnologischen, psychologischen und soziologischen Ansätzen, außerdem gingen auch von der britischen Sozialanthropologie wichtige Impulse aus, die Anthropologie mit einer historischen Perspektive zu versehen. Aber in der deutschsprachigen Forschungslandschaft kam es erst seit den späten 1970er Jahren in Verbindung mit der aufkommenden „Alltagsgeschichtsforschung“ zu einem Aufbrechen der Disziplinengrenzen zwischen Geschichte, Soziologie und den anthropologischen Fächern.

Eine ethnologisch inspirierte Geschichtswissenschaft und die historisch arbeitende Europäische Ethnologie sind sich in ihren Grundannahmen und auch Herangehensweisen seither sehr nahegekommen. Gemeinsamer Ausgangspunkt sind das Interesse an der Historizität des Menschen und an der „Agency“ der historischen Akteure, die Perspektive auf deren konkretes Handeln, auf verstehend nachvollzogene Deutungsmuster, Selbst- und Fremdbilder. Dabei sind die vielgestaltigen Repräsentationsformen der Menschen, der Wandel von sozialen Praktiken, Kulturtechniken und materiellen Gütern gemeinsame Bezugspunkte der Fächer. Die Kulturanthropologin Carola Lipp hat 1996 fünf methodische Prämissen der interpretativen Anthropologie benannt, die in die historische Forschung Eingang gefunden haben: 1.) eine „Verfremdung“ des Blicks, 2.) eine induktive Entwicklung von Hypothesen aus dem Material heraus, 3.) eine mikroskopische Sichtweise, 4.) die Forderung nach einer emischen Perspektive, und 5.) das Ziel, die Vorstellungswelt der „Eingeborenen“ in Form von „dichten Beschreibungen“ darzustellen.

Anlass für das Symposium ist der 60. Geburtstag von ao.Univ.-Prof. Dr. Burkhard Pöttler im Mai 2019. Für das Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Karl-Franzens-Universität vertritt Burkhard Pöttler in Lehre und Forschung die Arbeitsschwerpunkte der Erforschung materieller Kultur in historischen und rezenten Kontexten, des Bauens und Wohnens sowie der historischen Alltagskulturforschung. Darüber hinaus übernimmt er u.a. seit 2004 als CUKO-Vorsitzender wichtige administrative Aufgaben des Instituts.

Gerade im Bereich der Historischen Anthropologie, die viele seiner Arbeitsfelder durchzieht, hat sich Burkhard Pöttler regional, national und international einen Namen als herausragender Wissenschaftler gemacht. Außerdem greift er auch über den Tellerrand der Universität auf verschiedene Praxisfelder der Historischen Anthropologie aus. Diese gibt daher den thematischen Rahmen der geplanten Tagung vor.

Tagungsprogramm

Dienstag, 4. Juni 2019

 

14:00­–14:30                       Grußworte:
Dekan Michael Walter (GEWI-Fakultät, Uni Graz)
Katharina Eisch-Angus (Institut für Kulturanthropologie & Europäische Ethnologie, Uni Graz)

14:30–16:00       Vorträge: 
Gudrun König (TU Dortmund): „Der Archivist. Dokumentenanalyse einer Sammlung“
Robert Pichler (Österr. Akademie der Wissenschaften): „Historisch-anthropologische Balkanforschung: Ergebnisse und Perspektiven eines transdisziplinären Forschungsfeldes“

16:30–18:00       Podiumsdiskussion: Historische Anthropologie: Quo vadis?
Moderation: Johann Verhovsek (Uni Graz)
Gudrun König (TU Dortmund)
Robert Pichler (Österr. Akademie der Wissenschaften)
Silke Göttsch-Elten (Uni Kiel)
Elke Hammer-Luza (Steiermärkisches Landesarchiv)

ab 18:00               Empfang mit Würdigung:
Gernot Obersteiner (Steiermärkisches Landesarchiv)
Helmut Eberhart (Uni Graz)

Musik & Buffet

Tagungsort:
Meerscheinschlössl Uni Graz, Festsaal, Mozartgasse 3, 8010 Graz

Organisation:
Katharina Eisch-Angus, Helmut Eberhart, Johann Verhovsek, Judith Laister, Barbara Frischling

Kooperationen:
Historische Landeskommission für Steiermark, Steiermärkisches Landesarchiv

 

Info:

Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Attemsgasse 25/I, A 8010 Graz

Vera Giesen, Mail: vera.giesen@uni-graz.at, Tel. +43 316 3802581

https://kulturanthropologie.uni-graz.at/

 Eine Anmeldung ist nicht nötig.

 

Univ.-Prof. Dr. Katharina Eisch-Angus

Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie │ Institutsleiterin
Institute of Cultural Anthropology and European Ethnology | Head of Institute

Karl-Franzens-Universität Graz, Attemsgasse 25/I, A 8010 Graz, Tel. +43 (0)316 380 2585
https://homepage.uni-graz.at/de/katharina.eisch-angus/

Generalversammlung 21.3.2019

Sonntag, 10. März 2019

Einladung

zur ordentlichen Generalversammlung des Österreichischen Fachverbands für Volkskunde

Ort: Volkskundemuseum Wien
Datum, Zeit: 21. März 2019, 17.00 Uhr

CfP: Ambivalente Transformationen. „1989“ zwischen Erfolgserzählung und Krisenerfahrung

Mittwoch, 23. Januar 2019

Ambivalente Transformationen. „1989“ zwischen Erfolgserzählung und Krisenerfahrung (Dresden, 11./12. Nov. 2019)

Veranstalter: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Zentrum für Integrationsstudien
Bewerbungsschluss: 31. Januar 2019

CfP: Ambiguities of Transformation: “1989” between Success Story and Biographical Crisis
(English version see below)

Inhalte und Ziele:
Der historischen Zäsur um 1989/91 wurde in der deutschen und europäischen Öffentlichkeit bislang vor allem als erfolgreicher „Friedlicher Revolution“ gedacht. Unwegsames historisches Gelände wurde retrospektiv eingeebnet, Widersprüche wurden geglättet. Die diversen und widersprüchlichen Erfahrungen und Erinnerungen der Vielen, sowohl in Deutschland wie auch in den ostmitteleuropäischen Nachbarländern, fanden kaum Platz: weder in den Aushandlungen einer gesamtdeutschen bzw. europäischen Zukunft, noch in der Erinnerung. Jedoch bestand 1989/91 eine äußerst heterogene und ambivalente Gemengelage: Die frühe Nachwendezeit war einerseits geprägt von Aufbruchseuphorie, Freiheitsrhetorik und der Freude über neu gewonnene persönliche und politische Entfaltungsmöglichkeiten. Andererseits bestimmten der Schock über die „Abwicklung“ der sozialistischen Betriebe sowie die rasche Etablierung kapitalistischer Strukturen und die massenhaften „Privatisierungen“ nahezu alle Bereiche des alltäglichen Lebens. Die Enttäuschung über die gescheiterte Reform in den postkommunistischen Gesellschaften war groß. Zwar beflügelten Konsumverheißungen und ökonomische Versprechungen durch den „Westen“ die durch Mangelwirtschaft geprägten Staaten. Zugleich führten biografische Anpassungsschwierigkeiten und Unsicherheiten, entwertete Erwerbsbiografien und gescheiterte Lebensentwürfe zu Prozessen der Entfremdung, Entsolidarisierung und sozialen Spaltung. Die Transformation der DDR nach westdeutschem Modell führte zum Vorwurf der „Kolonialisierung Ostdeutschlands“  – ein Vorwurf, der auch in anderen ostmitteleuropäischen Staaten infolge neoliberaler Transformationsprozesse erhoben wurde. Gleichwohl waren Kontinuitäten kolonialer Praktiken und Logiken nicht nur auf Westdeutschland beschränkt, sondern auch in der DDR anzutreffen. Gefühle der Kränkung, Demütigung und sozialen Ungleichheit bestimmten nicht nur das Klima der Nachwendezeit. In ihrer Langzeitwirkung tragen sie möglicherweise bei zu einem erstarkenden Nationalismus und Rassismus, zu gesellschaftlicher Desintegration.

Vor diesem Hintergrund widmet sich diese internationale Konferenz in transdisziplinärer Perspektive dem Umbruch von 1989ff. und den Folgeerscheinungen des Transformationsprozesses in Deutschland und seinen ostmitteleuropäischen Nachbarländern, unter Berücksichtigung der gleichzeitigen Ko-Transformation des Westens. Im Fokus stehen die Pluralität und Heterogenität von Erwartungen, Erfahrungen und Erinnerungen – von 1989 bis in die Gegenwart. Der kulturanthropologische und sozialhistorische Zugang mit seiner Betonung von Alltag und subjektiven Deutungs- wie Erschließungshorizonten ermöglicht ein Nachspüren in feinste Verästelungen einstiger und zeitgenössischer Wahrnehmungen, Praktiken und Handlungsspielräume sowohl auf der Mikro- wie auf der Makroebene. Damit ist der Raum für alternative Narrative, Erweiterungen und Differenzierungen der „Erfolgsgeschichte“ von 1989 geöffnet und ermöglicht Einblicke in die tiefgreifenden mentalen und emotionalen Vermächtnisse der Transformation.

Die Organisator_innen bitten um Vortragsvorschläge, die sich mit folgenden Fragekomplexen auseinandersetzen:

•    Erwartungen:
o    Welche individuellen und kollektiven Vorstellungen, Erwartungen, Sehnsüchte und Hoffnungen, Befürchtungen und Ängste knüpften sich an die politische und gesellschaftliche Systemtransformation?
o    Welche gesellschaftlichen und politischen Zukunftsvisionen wurden schon vor 1989 in den sozialistischen Gesellschaften entworfen?

•    Erfahrungen:
o    Wie manifestierten sich Prozesse des radikalen und beschleunigten gesellschaftlichen Umbruchs von 1989/91 im Alltagsleben?
o    Welche Erwartungen und Hoffnungen wurden in der Nachwendezeit erfüllt/nicht erfüllt?
o    Welche gesellschaftlichen Gruppen (in Ost und West) profitierten von den jeweiligen Prozessen (wie z.B. Privatisierungen)? Wer waren die „Wendeverlierer“? Welche Narrative und Zuschreibungen bestehen; wer hat die Deutungshoheit darüber?
o    Inwiefern kann die postsozialistische Konstellation als „koloniale“ bzw. „imperiale“ Situation analysiert werden? Wo liegen die heuristischen Möglichkeiten und Grenzen dieser Analyse?
o    Inwiefern sind koloniale Praktiken und Logiken sowohl im sozialistischen als auch postsozialistischen Kontext zu identifizieren?
o    Wie wurden die Herausforderungen der „Transformation“ individuell und kollektiv wahrgenommen, im Alltag gelebt, ignoriert, bewältigt?
o    Wie bedingten sich die jeweiligen Transformationsprozesse in den postkommunistischen Ländern?
o    Lassen sich individuelle und kollektive Erfahrungsmuster infolge von Transformationsprozessen in den postkommunistischen Gesellschaften identifizieren?

•    Erinnerungen:
o    Wie werden die „Friedliche Revolution“, die Transformation und die Nachwendezeit in Ost und West erinnert?
o    Welche Perspektiven zeitgenössischer Akteur_innen auf das Transformationsgeschehen werden in welchem Kontext verhandelt? Welche Stimmen sind von Gewicht, welche werden überhört?
o    Mittels welcher Chiffren (Bilder, Zeichen, Metaphern, Symbole) wird die Transformation heute öffentlich vergegenwärtigt und erinnert? Wie verhalten sich individuelle Erinnerungen zu geschichtspolitischen Deutungen?
o    Wie manifestieren sich Prozesse kollektiver und nationaler Selbstvergewisserung in der heutigen Erinnerungs-, Geschichts- und Symbolpolitik?
o    Wie wird die Geschichte der Teilung und Wiedervereinigung als ‚Friedliche Revolution‘ in einer transnationalen Perspektive erinnert bzw. in Beziehung gesetzt?
o    Lassen sich gesellschaftliche Langzeitfolgen der Nachwendezeit für die heutigen Gesellschaften ausmachen?

Bewerbung:
Die interdisziplinäre Konferenz richtet sich an Vertreter_innen aus den Sozial- und Geisteswissenschaften (wie Geschichtswissenschaften, Europäische Ethnologie/Volkskunde, Sozial- und Kulturanthropologie, Soziologie, Politikwissenschaften); Bewerbungen von Nachwuchswissenschaftler_innen sind ausdrücklich erwünscht. Die Referent_innen werden gebeten, ihre Forschungsprojekte in 20-minütigen Vorträgen vorzustellen. Vorbehaltlich der Finanzierung ist im Ergebnis der Konferenz ein weiterer Workshop geplant, der die Beiträge diskutieren wird, die zur Veröffentlichung vorgesehen sind. Interessent_innen senden bitte bis spätestens zum 31. Januar 2019 ein aussagekräftiges Abstract (max. 300 Wörter) in deutscher oder englischer Sprache sowie eine Kurzbiografie (max. 300 Wörter) an: transformation@isgv.de.
Eine Benachrichtigung erfolgt im März 2019. Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Kontakt:
Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde
Bereich Volkskunde/Kulturanthropologie
Zellescher Weg 17
01069 Dresden
transformation@isgv.de

CfP: Ambiguities of Transformation: “1989” between Success Story and Biographical Crisis
(Dresden, November 11-12, 2019)

Organizer: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Zentrum für Integrationsstudien

Application deadline: January 31, 2019

Contents and goals:
The historical turning point of 1989-91 was considered a generally successful “peaceful revolution” by the German and European public: historical rough terrain was retrospectively leveled, contradictions smoothed out. The diverse and inconsistent experiences and memories of the many, both in Germany and in neighboring East-Central European countries, were barely recognized in either the negotiation of a German or European future or in historical remembrance. In 1989-91, however, there did exist a highly heterogeneous and contradictory mélange: On one hand, the early post-reunification period was marked by an emerging euphoria, rhetoric of freedom, and the joy of newly won personal and political opportunities for development. On the other hand, shock over the “liquidation” of socialist enterprises, as well as the rapid establishment of capitalist structures and the huge number of privatizations, affected almost all areas of daily life. Disappointment about failed reform in post-communist societies was high. The states characterized by economy of scarcity were indeed given a boost by economic and consumerist promises from the “West”. At the same time, however, personal adaptive difficulties and uncertainties, devalued career paths, and failed life plans led to alienation, disunity, and social division. The transformation of the GDR following a West German model caused accusations of the “colonization of East Germany”1 – an objection also raised in other East-Central European states as a result of neoliberal processes of transformation. Continuities of colonial logic and practice were not limited to West Germany but could also be identified in the GDR. Feelings of humiliation, indignity, and social inequality determined not only the climate of reunification and may also have feed into growing nationalism and racism, and to social disintegration.
Against this background, this international conference applies a transdisciplinary perspective to the changes in 1989 and beyond by looking at the consequences of the transformative process in Germany and its East-Central European neighbors, taking into account the simultaneous transformation of the West. The focus is on the plurality and heterogeneity of expectations, experiences, and memories – from 1989 to the present. The cultural-anthropological and sociohistorical approach, with its emphasis on everyday life and subjective interpretive and developmental horizons, enables to trace the subtlest ramifications of former and contemporary perceptions, practice, and scopes of action on both the micro and macro levels. Thus, space is provided for alternative narratives, expansions, and differentiation in the “success story” of 1989, and insight will be gained into the profound mental and emotional legacy of transformation.

Please submit proposals for paper presentations that address the following sets of questions:

•    Expectations:
o    Which individual and collective perceptions, expectations, aspirations, hopes, anxieties, and fears are linked to the political and social transformation of the system?
o    Which social and political visions of the future had already developed in socialist societies before 1989?

•    Experiences:
o    How did the processes of radical and accelerated social revolution in 1989-91 manifest themselves in daily life?
o    Which expectations and hopes were met and which went unfulfilled in the post-reunification period?
o    Which social groups (East and West) benefited from particular processes (e.g., privatization)? Who were the ”reunification losers”? Which narratives and attributions persist and who holds the prerogative of their interpretation?
o    To what extent can the postsocialist configuration be analyzed as “colonial” or “imperial”? What are the heuristic opportunities and limits of this analysis?
o    To what extent can colonial practices and ways of thinking be identified in both socialist and postsocialist contexts?
o    How were the challenges of “transformation” individually and collectively perceived, experienced (in daily life), ignored, or overcome?
o    How did these transformative processes interconnect in post-communist countries?
o    Can individual and collective patterns of experience resulting from transformative processes be identified in post-communist societies?

•    Memories:
o    How are the Peaceful Revolution, transformation, and reunification remembered in both the East and West?
o    How and in what contexts are various contemporary actors’ perspectives on the transformation process negotiated? Which voices are valued and which ignored?
o    What codes (pictures, signs, metaphors, symbols) are used to publicly conceptualize and remember the transformation today? How do individual memories relate to historico-political interpretations?
o    How do processes of collective and national self-assurance manifest themselves in today’s politics of remembrance, history, and symbolism?
o    How is this history of division and reunion remembered or related to as a “peaceful revolution” in a transnational perspective?
o    Is it possible to determine any long-term societal effects of the post-reunification period on today’s societies?

Applications:

This interdisciplinary conference aims to facilitate an interdisciplinary conversation and analysis, therefore invites scholars from various fields such as History, European Ethnology, Social and Cultural Anthropology, Sociology, Political Science. Applications from junior researchers are expressly welcome. Speakers are invited to present their research projects in 20-minute presentations. Interested candidates should send an informative abstract (max. 300 words) in German or English, as well as a short biography (max. 300 words) to transformation@isgv.de by January 31, 2019. Successful candidates will be notified of their acceptance in March 2019. Travel and accommodation costs will be compensated. Conference languages are German and English. Subject to funding, a further workshop is planned, which will discuss the contributions of the conference for a publication.

Contact:
Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde
Bereich Volkskunde/Kulturanthropologie
Zellescher Weg 17
01069 Dresden
transformation@isgv.de